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Beutekunst

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http://www.dhh-3.de/biblio/news/1995/0531/

Spiegel-Artikel

. In einer Fernsehsendung des MDR wurde gestern ergänzend dargestellt, daß bis Juli 1945 US-Geheimdienstleute etwa 10 000 Waggons mit "Rüstungsgütern und Kunstschätzen" aus den amerikanisch besetzten Gebieten, die später zur SBZ gelangten, in Richtung Westen in Bewegung gesetzt haben sollen. Der Kunst-Fahnder Willi Korte, der den inzwischen rückgeführten Quedlinburger Domschatz aufgespürt hat, sagte dem MDR, daß die US-Truppen, wenn sie Kunstschätze aufstöberten, diese sofort gesichert und systematisch abtransportiert hätten.

Korte war auch dabei, als drei Zeichnungen aus dem Besitz der Bremer Kunsthalle im Februar dieses Jahres dem Deutschen Generalkonsul in New York übergeben wurden. Das war möglich geworden, weil ein New Yorker Richter zugunsten der Bremer Kunsthalle entschieden hatte. Dem Urteil wurde einige Bedeutung zugemessen, weil man noch eine Reihe geraubter Kunst auf amerikanischem Boden vermutet. Sol Chaneles, der 1990 verstorbene Kunstraubforscher aus New Jersey, berichtete über ein großes Transportflugzeug, das im Sommer 1945 von München aus in die USA geflogen sei, vollgestopft mit deutschem Kulturgut. Was daraus geworden ist, blieb ungeklärt. Deutschland hat allerdings in den Pariser Verträgen auf allles verzichtet, was durch "Besatzerhandlungen" verschwunden ist. Wenn davon wieder etwas auftaucht, wird es, trotz des New Yorker Urteils, schwierig. Privatpersonen (die Kunsthalle Bremen ist ein privater Verein) haben es da vielleicht etwas besser.


Meisterwerke waggonweise verschifftBearbeiten

Gibt es außer in der GUS auch Beutekunst in den Vereinigten Staaten? Von GERHARD CHARLES RUMP Berlin - Der Kunstreichtum in Deutschland vor 1945 muß immens gewesen sein - jedenfalls wenn man all das zusammenzählt, was vorgeblich von den Truppen der Siegermächte weggeschleppt worden sein soll. Ohne Zweifel sind sehr viele Kunstwerke durch "Kriegseinwirkung" zerstört worden und mittlerweile ist ja, auch durch ebenso schamlose wie große Ausstellungen, wenigstens sehr weitgehend bekannt, wo sich erbeutete Bestände befinden. Aber da soll noch mehr sein - so behaupten es jedenfalls die beiden Kunstwissenschaftler Konstantin Akinscha (Ukraine) und Gregorij Koslow (Russland).


Die Beutekunst-Spezialisten, die zusammen mit dem deutschen Kunstwerks-Verbleibsforscher Clemens Toussaint im Auftrag des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg im Juni die angeblich erste zusammenhängende und systematische Darstellung der sowjetischen "Operation Beutekunst" vorlegen wollen, einen Riesen-Kunstraub, der von Stalin selbst befohlen worden ist.


Akinscha und Koslow haben ihre Ergebnisse schon in verschiedenen Vor-Veröffentlichungen vorgestellt, um den Markt für ihr Buch vorzubereiten. Sie behaupten, daß insgesamt etwa 2,5 Millionen deutsche Kulturgüter in die Sowjetunion verschleppt worden seien. Daß davon 1,5 Millionen an die DDR zurückgegeben wurden, müßte man als Belohnung für Wohlverhalten der Muster-Kommunisten in der Ungarn-Krise werten. Es dürften daher aber trotzdem noch eine runde Million Kunstwerke aus ehemals deutschem Besitz auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion gehortet sein.


Aber nicht nur die Sowjetarmee hat sich an deutschem Kulturgut vergriffen. Auch die Amerikaner sollen, in viel größerem Umfang als bisher bekannt, bei der Kunst hingelangt haben. In einer Fernsehsendung des MDR wurde gestern ergänzend dargestellt, daß bis Juli 1945 US-Geheimdienstleute etwa 10 000 Waggons mit "Rüstungsgütern und Kunstschätzen" aus den amerikanisch besetzten Gebieten, die später zur SBZ gelangten, in Richtung Westen in Bewegung gesetzt haben sollen. Der Kunst-Fahnder Willi Korte, der den inzwischen rückgeführten Quedlinburger Domschatz aufgespürt hat, sagte dem MDR, daß die US-Truppen, wenn sie Kunstschätze aufstöberten, diese sofort gesichert und systematisch abtransportiert hätten.


Korte war auch dabei, als drei Zeichnungen aus dem Besitz der Bremer Kunsthalle im Februar dieses Jahres dem Deutschen Generalkonsul in New York übergeben wurden. Das war möglich geworden, weil ein New Yorker Richter zugunsten der Bremer Kunsthalle entschieden hatte. Dem Urteil wurde einige Bedeutung zugemessen, weil man noch eine Reihe geraubter Kunst auf amerikanischem Boden vermutet. Sol Chaneles, der 1990 verstorbene Kunstraubforscher aus New Jersey, berichtete über ein großes Transportflugzeug, das im Sommer 1945 von München aus in die USA geflogen sei, vollgestopft mit deutschem Kulturgut. Was daraus geworden ist, blieb ungeklärt. Deutschland hat allerdings in den Pariser Verträgen auf allles verzichtet, was durch "Besatzerhandlungen" verschwunden ist. Wenn davon wieder etwas auftaucht, wird es, trotz des New Yorker Urteils, schwierig. Privatpersonen (die Kunsthalle Bremen ist ein privater Verein) haben es da vielleicht etwas besser.


In den USA aufgetaucht war auch das gleichfalls weiland in Bremen beheimatete "Frauenbad" von Dürer, das im vergangenen Jahr einem Auktionshaus in New York angeboten wurde. Statt es auf einer Auktion anzubieten und so eventuell einem Zugriff zugänglich zu machen lehnten die Auktionatoren es als "gestohlene Kunst" ab und ließen die Anbieter damit ziehen. Willi Korte ermittelt natürlich. Vielleicht wird er ja so erfolgreich wie beim Quedlinburger Domschatz, der durch seine Spürnase gegen einen namhaften Millionenbetrag an "Finderlohn" 1990 zurückgeführt werden konnte.


Zurückgeführt wurde allerdings das meiste an Beutekunst, das in die USA gelangte. Besonders die 9000 Werke "Nazi-Kunst", die einstmals über den Atlantik gingen. Die Blut- und Boden-Bilder wurden wieder nach Deutschland verschifft, um hierzulande ebenfalls "wegmagaziniert" zu werden. Schon in den 50er Jahren kamen 1700 der 9000 Bilder zurück, da sie als "nicht-propagandistisch" eingestuft worden waren. Bis 1985 hatten 8300 Malereien den Weg heim ins Reich gefunden, 1992 folgte dann der Rest.


Als die USA mit der ehemaligen DDR diplomatische Beziehungen aufnahmen, kamen, nach jahrelangem Prozess, zwei Dürerporträts aus Amerika zurück nach Weimar. Offiziell gibt es keine deutsche Beutekunst in den USA mehr - von private entwendeten Preziosen einmal abgesehen.


Es gibt aber von den Amerikanern zum Beispiel aus Deutschland in die Sowjetunion rückgeführteKunst, genau 534 120 Museumsobjekte, die zwischen September 1945 und September 1948 aus dem besetzten Deutschland zurück in ihre Heimat gingen. Nur: Die Unterlagen darüber, um welche Werke es sich im einzelnen handelt sind so geheim, daß die Rückführung praktisch als "nicht stattgefunden" gilt.


Vielleicht sind das die vielen Waggons, von denen berichtet wurde. Und vielleicht waren auf anderen Eisenbahnwagen neben Gewehren und Kanonen auch ein paar Kunstwerke. Was fehlt sind definierte Ansprüche, und auf dem Kunstmarkt taucht nicht viel an Beutekunst aus US-Besitz auf. Meistens kommen die Objekte irgendwie aus Richtung Ost und haben den Ozean viel später überquert.



Copyright: DIE WELT 1995

BRD lagert noch geraubte Kunst in ihren Museen und ArchivenBearbeiten

SPIEGEL ONLINE - 25.02.2002 (7880 Zeichen) Von Tobias Reckling Beutekunst-Debatte : Aufräumen im Glashaus Noch immer lagern unzählige unrechtmäßig während der NS-Zeit erworbene Kulturgüter in deutschen Kultureinrichtungen. Nach langer Verzögerung kommt die Debatte um die Beutekunst auch in Deutschland in Gang. Eine Tagung in der Hamburger Kunsthalle widmete sich dem internationalen Vergleich. Quelle: http://service.spiegel.de/digas/servlet/find/ON=spiegel-183726

Griechenland verlangt von der BRD Schliemanns Gold zurückBearbeiten

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