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Stalin, ein Diktator und Massenmörder? – Nein! Ein Kämpfer für die Rechte der arbeitenden Menschen. Stalin – so wird von der westlichen Propaganda gesagt – war ein Diktator, der mit unumschränkter Gewalt sein Land tyrannisierte, ohne Rücksicht auf die Menschen eine Großmacht daraus machen wollte, seine politischen Gegenspieler allesamt liquidierte. Und als Zeugen dafür werden keinesfalls nur Großkapitalisten oder ähnliche Leute benannt, sondern langjährige Mitglieder der K Pd SU[new](B), sogar Nikita Chruschtschow selbst, und auf jeden Fall doch Menschen aus der UDSSR, authentische Zeugen also. Nun hat ohne Zweifel in der UDSSR, wie in jedem sozialiszischen Staat, auch Menschen gegeben, die unterdrückt wurden. Aber nicht wie bei uns, die große Mehrheit der arbeitenden Menschen, sondern jene ehemaligen Reichen und ihre Parteigänger, die sich gegen die Revolution der Arbeiter und Bauern stellten, die gegen sie kämpften. Was die Zeugen, die für den angeblichen Stalinschen Terror benutzt werden, betrifft, so sei hier nur darauf verwiesen, daß man bei einer gewissen Kenntnis der wahren Verhältnisse leicht beurteilen kann, wes Geistes Kind sie sind. Zum Beispiel ein Herr Solschnyzin mjit seinem Archipel Gulag, mit dem er Millionen verdiente, der sich darüber aufregt, daß er von Kommunisten nicht mit seinen militärischen Rang angesprochen wurdee. Ein Mann, den selbst sein Fürsprecher im Westen relativ schnell fallen ließen, als sichtbar wurde, daß er nicht nur gegen den Kommunismus, sondern auch gegen die parlamentarische Demokratie ist, daß er sich mit Kreisen der extremen Rechten zusammenschloß. Oder ein Ilja Ehrenburg, der von der Kommunistischen Partei während des Krieges von seinem Posten in der Presse abgesetzt wurde, weil er eine rassistische Vernichtungspropaganda gegen alle Deutschen betrieb und sich heute als verfolgter Literat in seinem neugewonnenen Ruhm sonnt. Oder ein Roy Medwedew, der ein siebenhundert Seiten dickes Buch über Stalins angeblichen Verbrechen und seine Unfähigkeit verfaßt hat, wobei er laufend Zeugen zitiert, die nur er selbst kennt, in dem er von allen westlichen Biographen Stalins abgeschrieben hat und vor keiner noch so dümmlichen Geschichte halt macht. Auch er ist durch sein Buch, das ein US-Verlag veröffentlichte, reich geworden. Sein anderes Ziel, sich als neuer Führer einer reformkommunistischen Bewegung zu etablieren, scheiterte er allerdings daran, daß die zahlreichen Lösungsvorschläge, die er für frühere Probleme macht, allesamt leicht aufgeblasene Hirngespinste zu entdecken waren. Schließlich Nikita Chruschtschow, der gegen Stalins "Personenkult" wetterte und sich selbst wenig später als "Vater der neuen Maiskultur" feiern ließ. Er war es auch, der den entscheidenen Satz prägte: "Wer Stalin verteidigt, verteidigt das politische System, das zu seiner Zeit existierte." Und genau das ist richtig. Denn das System zu Stalins Zeit war der Sozialismus. Chruschtschow und seine Leute veränderten das politische System des Sozialismus sehr schnell und errichteten von neuem den Kapitalismus. Unsere Partei dagegen verteidigt das politische System der Ud SSR zu Stalins Zeit, weil das Sozialismus war. Stalin habe den Sozialismus geschadet, behauptet manch seiner Verleumder heute. Nun, wenn man eine kleine Bilanz zu Beginn ziehen will, kann man sehen: Millionen und Abermillionen reihten sich zu jener Zeit in die Reihen der kommunistischen Parteien ein, die in Stalin zu Recht den Führer ihrer Weltbewegung sahen. Zahlreiche Staaten schritten auf dem Weg des Sozialismus voran, die in der Sowjetunion Stalins ihren besten Freund sahen. Geschadet haben den Kommunismus jene, die Stalins Namen in den Dreck ziehen wollen, die dazu beigetragen haben, daß auch hier unser Land ein einheitliches Vorurteil gegen Stalin entstehen konnte: all die Chruschtschows, Ulbrichts und wie sie sonst noch heißen mögen, die den Sozialismus in ihren Ländern zerstörten. Die Sowjetunion zu Stalins Zeit, haben wir gesagt, das war der Sozialismus. Wir wollen das zeigen anhand zweier Fragen, der Kollektevierung der Landwirtschaft, die angeblich den Ruin der Bauernschaft bedeutet hat, und den Moskauer Prozessen und ihrer Geschichte, die überall als Beweis für den angeblichen Stalinschen Terror genannt werden. Wir werden aber nicht nur zeigen, wie das wirkllich war, sondern auch wie die Arbeiter und Bauern gelebt haben, wie ihre Welt aussah, die von den Verleumdern als so schrecklich geschildert wird.

Die Kollektivierung der Landwirtschaft – Sicherheit, Brot und Wohlstand für die Völker der Sowjetunion. Über die Kollektivierung der Landwirtschaft in der Sowjetunion, die in den dreißiger Jahren – im Rahmen der beiden ersten Fünfjahrpläne – durchgeführt wurde, sind schon die unglaublichsten Dinge und Gerüchte verbreitet worden. Man hört: Da wurden die Bauern massenweise in die Kollektivwirtschaften gezwungen, und nach her hungerte ganz Rußland. So ungefähr die Darstellung. Wenn sich Autoren entsprechender Werke einen Anstrich von Objektivität geben wollen, fügen sie oft noch hinzu, daß dies alles zwar ein enormer Fortschritt gewesen sei, aber unter riesigen Opfern der Bevölkerung. Wie ist es nun damit, was bedeutet denn die Kollektivierung der Landwirtschaft für die Bevölkerung, für die Bauern vor allem, und wie wirkte sie sich aus? Was bedeutete die Kollektivierung der Landwirtschaft für den einzelnen Bauern? Die kollektivierte Landwirtschaft ist eine Übergangsform vom kleinen bäuerlichen Privatbetrieb zum Gemeineigentum. Der Boden ist verstaatlicht und die wichtigsten Produktionsmjttel sind schon Gemeineigentum. Dennoch gibt es auch – je nach der Stufe der Kollektivierung – privates landwirtschaftliches Eigentum. Für den einzelnen Bauern bedeutet dies die Möglichkeit, auf größeren Feldern wesentlich mehr zu produzieren, die Hilfe des Staates zur Mechanisierung zu erhalten, um die Produktion steigern zu können. Er war nicht mehr der Konkurrenz der Großbauern ausgesetzt, die versucht hatten, ihn zu ruinieren. Das Einkommen der Bauern stieg durch diese Entwicklung stark an. Die Möglichkeiten für gemeinsame kulturelle und soziale Einrichtungen wurden so geschaffen und anderes mehr. Was bedeutete die Kollektivierung für das ganze Land? Vor allem bedeutet die Kollektivierung der Landwirtschaft die Beseitigung der landwirtschaftlichen Kleinproduktion und ihre Ersetzung durch die Großwirtschaft. Sie bedeutete die Mechanisierung der Landwirtschaft in der Sowjetunion. Ein allgemeiner wirtschaftlicher Aufschwung wurde eingeleitet. Folgende Zahlen zeigen das:

Die Produktion der wichtigsten Nahrungsmittel (in Millionen Dopelzentnern)

1913 1929 1933 1937

Getreide 801,0 717,4 898,0 1202,9 Rohbaumwolle 7,4 8,6 13,2 25,8 Zuckerrüben 109,0 62,5 90,0 218,6 Ölfrüchte 21,5 35,8 46,0 51,1

Der Bestand an wichtigsten Maschinen (in Tausend)

1930 1933 1937

Mähdrescher 1,7 13,5 128,8 Traktoren 72,1 204,1 144,5 Lastwagen für die Landwirtschaft 0,2 13,5 144,5

Diese Zahlen sind ein erster Beweis dafür, daß die Kollektivierung der für die Bevölkerung der Sowjetunion positive folgen hatte: es gab mehr – und zwar wesentlich mehr – landwirtschaftliche Produkte, und die Arbeit für die Bauern war leichter geworden. Die Landwirtschaft war im Jahre 1928 weitgehend auf Handarbeit aufgebaut und innerhalb von zehn Jahren schon überwiegend mechanisiert, in manchen Bereichen völlig. In der Produktion von Getreide hatte die Sowjetunion, im Vergleich zu anderen Staaten, einen großen Fortschritt erzielt und war in der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre zum größten Exporteur von Getreide geworden. Zur selben Zeit, als in der Sowjetunion die Landwirtschaft so gewaltig entwickelte, als die westliche Presse eine große Propagandakampagne gegen die Kollektivierung entfalltete, wurden in den USA und in Frankreich die Anbauflächen um jeweils 8 Prozent verkleinert, wurde in Brasilien die halbe Jahresproduktion von Kaffe ins Meer geschüttet, wurden in den USA Lokomotiven mit Getreide geheitzt, weil die Landwirtschaft angeblich zu viel produzierte, die Waren so zu billig geworden wären. Diese landwirtschaftliche Krise in fast allen kapitalistischen Ländern – zur selben Zeit, als in der Ud SSR dieser große Umschwung geschah – war denn auch einer der Hauptgründe für die Propagandakampagne gegen die Kollektivierung. Und die Entwicklung der Kollektivierung ging ganz rapide vor sich. Von der gesamten Zahl der Bauernwirtschaften waren Kolllektivwirtschaften imJahre: 1929: 3,9 Priozent, 1930:23,6 Prozent, 1931: 52,7 Prozent, 1932: 61,5 Prozent, 1933:65,6 Prozent; 1937: 93,0 Prozent (2) Wie mann also leicht sehen kann, waren die Jahre 1930 und 1931 die Jahre, in denen die kollektivierte Landwirtschaft den Durchbruch erzielte. Nun erheben sich zwei Fragenkomplexe, auf denen auch die Verleumder Stalins stets herumreiten. Einmal: Warum wurde dieser Prozeß der Kollektivierung nicht schon vorher eingeleitet? Hätte man das nicht genauso gut schon Jahre vorhermachen können? Ist das nicht ein Beweis für Stalins Unfähigkeit in der Wirtschaftspolitik? Hatte er denn nicht selbst ein oder zwei Jahre vorher, vor dem Beginn der beschleunigten Kollektivierung, noch gesagt, es sei zu früh, damit anzufangen? Zweitens: Wie ging das eigentlich vor sich? War da Zwang? Wer wehrte sich dagegen? Der Beginn der Bewegung zur Kollektivierung der Landwirtschaft liegt schon kurz nach der Revolution, als die ersten Produktionsgenossenschaften gegründet wurden. Aber eine echte Massenbewegung wurde es erst , nachdem der Fünfjahrplan beschlossen war, und erst recht, als die K Pd SU[new](B) am 5. Januar 1930 den Beschluß gefaßt hatte, alle Möglichkeiten zu nutzen und zu schaffen, damit die Kollektivierungsbewegung beschleunigt werde. Die Voraussetzungen dafür waren: das Anwachsen der Produktion des wichtigsten landwirtschaftlichen Produkts, durch die bäuerlichen Einzelwirtschaften im Vergleich zu der Produktion durch die Wirtschaften der Großbauern (Kulaken genannt), also derjenigen, die noch andere Menschen für sich arbeiten ließen. Im Jahr 1928 gab es 1,2 Millionen Großbauernwirtschaften – rund 5 Prozent aller Höfe – , die rund 18,5 Millionen Menschen beschäftigten, die überwiegend selbst ganz kleine Bauern waren, die sich nicht durch die eigene Produktion halten konnten. Es gab 8,2 Millionen Kleinwirtschaften, rund 30 Prozent der Höfe die sich nicht selbst trugen. Den Großteil der Bauernschaft bildeten die mittleren Bauern, die sich zwar selbst behaupten konnten, aber auch keine anderen Menschen für sich arbeiten lassen konnten, die einen Familienbetrieb hatten. Das waren rund 15 Millionen Höfe, über 60 Prozent von allen, mit 95 Millionen Menschen. Und eben ihre Produktion war gegen Ende der zwanziger Jahre immer mehr angewachsen, so daß sie immer mehr die ganze Bevölkerung ernähren konnten. War man vorher auf die Produktion der Großbauern angewiesen gewesen, so war das nicht mehr der Fall. Eine weitere Voraussetzung war, daß bei den mittleren Bauern selbst der Drang nach den Kollektivwirtschaften wuchs und sich durchsetzte – was man im Jahre 1929 festellen konnte, als die Zahl der mittleren Bauern, die in die Kollerktive eintraten, sich von nicht ganz 1 Prozent auf beinahe 5 Prozent erhöt hatte. Der freiwillige Zusammenschluß zum Kollektiv – der die Grundvoraussetzung für die Kollektivierung war, da sich eine Politik des Zwangs von selbst verbot, wollte man nicht die Bauern gegen den Arbeiterstaat aufbringen – brach sich die Bahn, weil die Bauern allmählich die Vorteile der Großwirtschaften erkannten. Und die dritte Voraussetzung schließlich war, die technischen Möglichkeiten der Großpruduktion zu haben. Diese wurden mit dem Fünfjahrplan geschaffen, mit landwirtschaftlichen Großmaschinen, der Errichttung von staatlichen Motoren- und Traktorenstationen (MTS genannt), die zur Verfügung der Kollektivwirtschaften standen, und der Ausbildung Zehntausender von Agrarwissenschaftlern aus der Bauernschaft, die die wissenschaftliche Produktionsweise einführen konnten. Damit ist klar, daß die Kollektivierung genau zu dem Zeitpunkt beschleunigt wurde, als es möglich war, als die nötigen Voraussetzungen geschaffen waren. Bevölkerungsmäßig teilten sich die Bauern in folgender Weise auf: "Zwar machte die Kulakenklasse nach der Zählung von 1927 nut 10 Prozent der ganzen Dorfbevölkerung aus. Aber in ihrer Hand befanden sich 35 bis 45 Prozent aller Produktionsmittel und 30 bis 40 Prozent allen Arbeitsviehs! 35 Prozent allen Pachtbodens hatten sie in ihre Nutzung zu bringen gewußt – und über 30 Prozent der gesamten Anbaufläche der Sowjetunion in ihren Besitz!"(3) Die Zahl der Kulaken war zwar bis Ende 1929 durch die wirtschaftliche Entwicklung und die Gesetzgebung der Sowjetregierung, die ihre Entfaltung durch Steuergesetze und neue Arbeitsgesetze behinderte, noch weiter zurückgegangen, aber ihre Besitzverhältnisse bestanden immer noch. Sie waren es also, die durch die Kollektivierung zu verlieren hatten. Denn zu einem durften sie ja im Kollektiv niemanden für sich arbeiten lassen, da sie ja keine privaten Eigentümer mehr waren, zum anderen mußte jedes Kollektivwirtschaftsmitglied selbst arbeiten. Um einen genauen Begriff davon zu bekommen, was so eine Kollektivwirtschaft eigenlich war, geben wir eine kurze Eingührung in ein Kollektivwirtschaftstatut wieder: "Im Artikel I, in dem von den Zielen und Aufgaben der Kollektivwirtschaften die Rede ist, wierd darauf hingewiesen, daß die Bauern des betreffenden Dorfes und Rayons sich freiwillig zu einem landwirtschaftlichen Artel zusammenschließen, um mit gemeinsamen Produktionsmitteln und gemeinsamer organisierter Arbeit eine kollektive, das heißt gesellschaftliche Wirtschaft aufzubauen(...) Im Artikel II des Statuts ist gesagt, daß der Boden , der der Kollektivwirtschaften zu geteilt ist, ihnen zu unbefristeter Nutzung überlassen ist. Jeder Kollektivwirtschaft wird eine staatliche Urkunde über unbefristeten Nutzung des Bodens ausgefolgt. in der Urkunde sind Ausmaße und Grenzen des der Kollektivwirtschaft zuerkannten Bodens genau angegeben. Veringerrung der Kollektivwirtschaft zuerkannten Landfläche ist verboten. Hingegen darf sie vergrößert werden(...) Die Feldraine, die früher die Landanteile der Kollektivwirtschaftsmitglieder trennten – heißt es im Statut – werden beseitigt, und alle Landanteile werden zu einem einheitlichen Landmassiv vereinigt, das dem Artel zu gemeinsamer Nutzung zu Verfügung steht. Im Statut ist genau angegeben, welche Produktionsmittel aus dem Besitz der in die Kollektivwirtschaft eintretenden Bauern gesellschaftliches Eigentum werden. Es werden vergesellschaftet: das gesamte Zugvieh, das landwirtschaftliche Inventar (Pflug, Sähmaschine, Egge, Dreschmaschine, Mähmaschine), alle Vorräte an Saatgut, die Futtermittel, soweit sie für del Unterhalt des in kollektiven Besitz überführten Viehs erforderlich sind, die Wirtschaftsgebäude, die für die Artelwirtschaft notwendig sind, und alle Betriebe zu Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Beim Eintritt des Bauern in die Kollektivwirtschaft wird der Wert seines Eigentums, das er in die Kollektivwirtschaft übergibt, genau festgestellt. 50 bis 75 Prozent des Gesamtwerts dieses Eigentums werden als Mitgliedsbeitrag betrachtet. Der Rest wird in den unteilbaren Kollektivwirtschaftsfond abgeführt(...) Jedes Kollektivwirtschaftsmitglied kann auf Wunsch aus der Kollektivwirtschaft ausscheiden. Beim Ausschieden wird ihm der von ihm geleisteten Beitrag in bar ausgezahlt. Das Grundstück, das er vor dem Eintritt in die Kollektivwirtschaft besaß, wird ihm nicht zurückgegeben, jedoch wird ihm auf Wunsch ein anderes Gundstück aus dem staatlichen Bodenfonds zuerkannt. Im Statut sind auch verschiedene Bestimmungen über die persönliche Wirtschaft der Kollektivbauern enthalten. Beim Eintritt in das Artel wird das persönliche Eigentum des Kollektivbauern nicht etwa vergesellschaftet, wie es die faschistische Propaganda mit ihren böswilligen Unterstellungen weismachen wollte. Ein so absurder Gedanke, wie es die Aufhebung des persönlichen Eigentums der Bürger wäre, ist den Leitern der Kolchosen niemals gekommen. "Das persönliche Eigentum der Staatsbürger an ihrem Arbeitseinkommen und ihren Ersparnissen, an ihrem Wohnhaus, an ihrer Kuh, ihrem Kleinvieh, ihrem Geflügel, an Hauswirtschafts- und Haushaltsgegenständen wie auch den Gegenständen des persönlichen Bedarfs und der Bequemlichkeit und auch das Erbrecht auf das persönliche Eigentum ist in der Sowjetunion geschützt"(4) Man kann also leicht sehen, daß die Kollektivwirtchaften keineswegs jenes Horrorgespenst bürgerlicher Propaganda waren, wie sie oft heute noch dargestellt werden. Die kleineren und mittleren Bauern hatten von ihr, wenn sie sich erst einmal überzeugen konnten, gar nichts zu befürchten, sondern nur sehr viel zu gewinnen, wie es dann ja auch geschah. Und im Beschluß, den das ZK der K Pd SU[new](B) am 5. Januar 1930 fällte: "Über die Maßnahmen zur Beschleunigung der Kollektivierung der Landwirtschaft", War das Artel, die Form der Kollektivwirtschaft, deren Statut wir hier wiedergeben haben, als der Regelfall beschlossen worden, als die normale Form der Kollektivwirtschaft. Die Entwicklung der Bewegung zur Kollektivierung beschreibt der französiche Schriftsteller Henri Barbusse 1935 wie folgt: "Am Ende des vierten Planjahres – die Anbaufläche für Getreide war um 21 Millionen ha gewachsen – waren 224 000 Kolchose und 5000 Sowchose geschaffen! Ende 1934 betrug die Zahl der Kolchose 240 000. 65 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe der Sowjetunion und 70 Prozent des bebauten Bauernlandes (man kann heute sagen drei Viertel) sind der Anziehungskraft der Kolchose erlegen. In Prozrenten ausgedrückt vollzog sich diese Umwandlung der Bauernwirtschaften in Kollektivbetriebe folgendermaßen: 1929 – 4 Prozent; 1930 – 23 Prozent; 1931 – 52 Prozent; 1932 – 61 Prozent; 1933 – 65 Prozent (die mehr als 2 Millionen Bauernwirtschaften darstellen). In großen Wellen ergoß sich die planmäßige Kollektivierung erobernd über die unabsehbaren Ebenen der Sowjetunion. Heute gehört 85 Prozent des Getreidelandes in der Ud SSR den Kolchosen und Sowchosen. Und diese Betriebe sind von erstaunlichem Umfang: Während in den den Vereinigten Staaten nur der fünfte Teil der Farmen über mehr als 100 ha verfügt, beträgt in der Sowjetunion der Durchschnittsumfang der Kolchose 434 ha und der Sowchose 2000 ha. Die Materiellen Vorteile der Kollektivierung sind im Laufe dieser epochemachenden Eroberung des flachen Landes durch den Sozialismus durch mannigfaltige charakteristische Tatsachen bewiesen worden. Wir wollen nur eine von ihnen anführen: Es ist heute allgemein anerkannt, daß in der Ukraine erst die Erschließung der großen Hilfsmittel des gemeinschaftlichen Betriebes die Eindämmung der großen Gefahren erlaubt hat, die der Ernte durch die Dürre drohen. Nur die Kollektivierung hat der ganzen Union im Jahre 1934 ungeachtet der ungünstigen Witterungsverhältnisse eine bessere Ernte eingebracht, als das Jahr 1933. Der Sowjetstaat ist den Bauern bei der Umgestaltung der Landwirtschaft entgegengekommen, in demer 2 860 Maschinen- Traktorenstationen im Werte von 2 Milliarden Rubel geschaffen und den Kolchosen Kredite eröffnet hat, die im verflossenenJahr 1 Milliarde 600 Millionen Rubel betrugen. (Man muß verstehen, daß das Kredite sind, die aus einem Zweig der kollektiven Wirtschaft in einen anderen geleitet werden, Kredite aller an alle, und nicht, wie die Kredite der französischen Staatsbank an die Eisenbahn oder die Transalantische Schiffahrtsgesellschaft, herrliche Subventionen von Ministers Gnaden, von denen ein guter Teil – von anderen Wirtschaftszweigen ganz zu schweigen – bei den Aufsichtsräten hängenbleibt.) Der Sowjetstaat hat den Kollektivbauern weiter geholfen, indem er ihnen Saat- und Brotgetreide zur Verfügung stellt, 42 Millionen Dopperlzentner im vergangenen Jahre, und indem er für die armen Bauern Herabsetzung der Steuern und Versicherungsgelder durchführte, die im vergangenen Jahr 370 Millionen Rubel betrugen. Die Gegenleistung: im Jahre 1929 haben die Einzelbauern dem Staat 780 Millionen Pud und die Kolchose 120 Millionen Pud Getreide geliefert . Im Jahre 1933 war das Bild umgekehrt: die Kolchose 1Milliarde Pud und die Einzelbauern 130 Pud. Zu alledem kommt noch die planmäßig fortschreitende Einrichtung einer Unmenge von Instituten, Laboratorien, Fachhochschulen, agranomischen Kursen und Expeditionen für landwirtschaftliche Zwecke. Diese wohldurchdachte Organisation der Landwirtschaft mit ihren Riesenbetrieben, mit den Forschungen, Verbesserungsmaßnahmen und Experimenten für die Hebung der Landbebauung und Düngung ist schon an und für sich ein erhebenes Bild"(5) Aber es gab gegen die Kollektivierung auch Wiederstand, vor allem von den Kulaken. Sie waren die Quelle des Wiederstands. Sie übten diesen Wiederstand aus, weil sie es waren, die durch diese neue Revolution zu verlieren hatten. Und so muß man dies auch sehen: Das war eine neue Revolution! Eine Revolution, zu der der Staat und die Partei der Arbeiter die Bauernschaft auf-riefen, zur Abschaffung der letzten großen Ausbeuterklasse, die im Lande bestand, zur Abschaffung der wirtschaftlichen Position der letzten Gruppe von Menschen, die andere für sich arbeiten ließen. Aber – wir erwähnten schon – diese Kulaken hatten durchaus eine gewisse Macht. Ihr Viehbestand und die Verfügung über fast ein Drittel der Anbaufläche machten sie nach wie vor zu einem Faktor. Und da sie zum Zeitpunkt der Beschleunigung der Kollektivierung immer noch etwa 5,8 Millionen Menschen zählten, und es immer noch mehrer Millionen Menschen gab, die von ihnen abhängig waren, war dieser Faktor recht groß. Und so organisierten sie eine große Kampagne gegen die Kollektivierung. Oftmals gemeinsam mit kirchlichen Kreisen, verbreiteten sie eine Propaganda, die besagte, die Kollektivierung werde den Ruin aller Bauern bedeuten. Aber sie ließen es nicht bei der Propaganda, im Gegenteil, diese Propaganda war nur der Auftakt eines großen, umfassenden und auch gewaltigen Kampfes. Sie trieben ganz massiv Wirtschaftssabotage. Sie schlachteten ihr Vieh, das sieh ja in verhältnismäßig großen Mengen besaßen. Sie schlachteten mindestens 10 Millionen Pferde und noch mehr Kühe. Da die anderen Bauern nur wenig mehr als die Hälfte des gesamten Viehbestands besaßen, rechneten sie damit, daß das Stückzahl an Vieh, vor allem an Zugtieren, ohne das Kulakenvieh nicht mehr ausreichen würde, die Wirtschaft zu betreiben. Und sie trieben auchsolche mittleren Bauern, die ihnen glaubten, dazu, ihrerseits das Vieh zu schlachten. Sie versteckten und horteten ihr Getreide, um nach Möglichkeit eine Lebensmittelknappheit in den Städten zu provozieren und dadurch Unzufriedenheit mit der Wirtschaftspolitik des Sowjetstaates zu erzeugen. Und sie stifteten auch solche Bauern, die ihnen glaubten, dazu an , es ihnen gleichzutun. Und sie gingen auch direkt dazu über die Getreideproduktion der Kollektivwirtschaften zu sabotieren. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres 1931 wurden mehr als 270 Getreidespeicher der Kollektivwirtschaften nachts von Unbekannten in Brand gesteckt. Eine ganze Reihe von ihnen ging noch weiter. Die meisten von ihnen waren im Besitz von vonWaffen. Sie bildeten in manchen Gegenden regelrechte Banden, die Kollektivbauern terrorisierten und die besonders Jagd auf Mitglieder der K Pd SU[new](B) machten, die für die Kollektivierung arbeiteten. Anfang 1931 wurden mehr als 100 Kommunisten erschossen! Dabei kamen den Kulaken einige Fehler, die bei diesem großen Werk auftraten, zugute. Gleich zu Anfang 1931 war die Lage gerade deswegen so gespannt und in manchen Gegenden regelrecht überhitzt, weil verschiedene Kommunisten und Behörden auch Fehler machten in der Politik gegenüber solchen Mittelbauern, die nicht in die Kollektivwirtschaft eintreten wollten. Jetzt gab es eine ganze Reihe von Fällen, in denen eben nicht jene Geduld angewandt wurde, die Stalin gezeigt und auch von anderen verlangt hatte, sondern in denen versucht wurde, alles noch schneller besser zu erreichen, und wobei auch Druck und Zwang ausgeübt wurde, und zwar auf die falschen Leute, auf die mittleren Bauern. Von diesen wiederum die Kulakenpropaganda mit erheblich offenereren Ohren angehört als von den meisten anderen Mittelbauern. Deshalb verfaßte J.W. Stalin im März 1930 seinen Artikel "Vor Erfolgen von Schwindel befallen" (siehe "J. W. Stalin - Werke, Band 12", Verlag Roter Morgen, Dortmund 1976, ISBN 3-88196-112-7) in dem er dieses Vorgehen kritisierte und nochmals nachdrücklich betonte, daß keinerlei Zwang für den Zusammenschluß in Kollektivwirtschaften ausgeübt worden dürfe, wenn dieser nicht völlig den Sinn verlieren sollte. Mit diesem Artikel führte er einen weiteren Beschluß des Zentralkomitees der K Pd SU[new](B) herbei, der einerseits diese Fehler korrigierte und jeden Kommunisten davor warnte, gegen die Politik der Partei zu verstoßen und sich etwa gegen mittlere Bauern zu wenden, der andererseits eine Reihe von Maßnahmen vorsah, um der Bewegung zur Kollektivierung weiter zu halfen, und der sich gegen noch vorhandene innerparteiliche Kritiker an der Kollektivierung wandte, die meinten, das ganze rentiere sich nicht. Dazu berichtet Henri Barbusse: "Es hat ernste Widerstände gegeben. Die Triebkraft dieses Widerstandes war die verzweifelte und wütende Gegenwehr der Kulaken. Und man hat bei den ersten Versuchen der Durchsetzung dieses großen Werkes auch nicht wenig Lehgeld zahlen müssen. Es gab einen Augenblick, wo man aus dem Tritt kam. Man war zu schnell vorwärtsgegangen. Der Artikel Stalins: , Erfolge steigen zu Kopf' (dieser Artikel ist beinahe legendär geworden), führt die Wendung herbei und korrigierte die Abweichung. Danach mußte etwas geschehen. Also führte man eine Mobilisierung von Kommunisten und Spezialisten durch, die auf das Land hinausgeschickt wurden. Man ging dabei von dem Grundsatz aus, daß man, um eine verfahrene Sache, welcher Art sie auch sein möge, wieder in die richtige Bahn zu bringen, die Leitung von neuem fest in die Hand nehmen und von vorne anfangen muß, indem man unten bei der Basis beginnt und sie verstärkt. Jede Traktorenstation wurde zu einer ideologischen Festung, von der aus man in das Gehirn der Bauernmassen aufklärend vorstieß. Auf diese Weise wurden 25 000 erprobte Kommunisten, 110 000 Spezialisten und zu gleicher Zeit 190000 Traktorenführer und Mechaniker den Kolchosen zur Hilfe geschickt. Und sie sind mit ihrer Aufgabe fertig geworden. Aber die Kritik kommt nicht zum Schweigen. Ein großer Teil der Kolchose ist nicht rentabel. Einige Kommunisten schlagen sogar, das ganze kostspielige Experiment aufzugeben. Wieder einmal zeigt unser großer Leiter seine großzügige Voraussicht, indem er sich mit bitterer Heftigkeit diesem gewaltsamen Vorschlag der Kurzsichtigen engegenstellt. In ihr Geschrei hinein tönt sein Ruf: Nicht rentabel? So war es auch mit den Industriebetrieben im Jahre 1927-. Wir haben sie rentabel gemacht. Und, sie sind vor allem die Grundlage des Ganzen, des Systems ... Man darf die wirtschaftliche Rentabilität nicht vom rein geschäftsmäßigen Standpunkt der augenblicklichen Konjunktur aus betrachten. Die wirtschaftliche Rentabilität muß vom Standpunkt der Gesamtheit unseres Wirschaftslebens für eine Periode von mehreren Jahren betrachtet werden. Nur eine solche Betrachtungsweise kann wirklich leninistisch, wirklich marxistisch genannt werden.' Und darum ist dies auch der Standpunkt Stalins. Wenn Stalin einerseits sich die Liquidatoren, die ,Pfuscher' von rechtsvornimmt, so packt er andererseits auch die ,Phrasenmacher' von links an und jene, die sich von dem schnellen Gang der Ereignisse überholen lassen. So beschuldigte er schonungslos jene Kommunisten in den Agrargebieten, die es nicht verstanden haben, im Jahre 1932, wo eine gute Ernte zu verzeichnen war, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die staatliche Getreideaufbringung durchzuführen, bevor die für den Bauern gewinnbringenderen Verkäufe auf dem Kolchosenmarkt erfolgten. Er kritisierte selbst den Rat der Volkskommissare, der in dieser Frage zwar entsprechende Verfügung erlassen, aber nach seiner Meinung nicht genug zu ihrer Bekanntgabe und Durchsetzung getan hat. Die bei dem Aufbau der Kolchose erreichten Resultate sind bedeutend, stellt er fest, es wäre aber ein großer Irrtum, sich einzubilden, man könne nun einfach die Hände in den Schoß legen. Noch bestehen große Schwierigkeiten" (6). Wie man sehen kann, eine insgesamt sehr schwierige, weil völlig neue Situation. In dieser Situation gab es dann natürlich auch harte Maßnahmen gegen Kulaken, die gegen die Staatsgesetze verstoßen hatten, gegen solche, die gemordet, gebrandschatzt, gestohlen hatten. Sie kamen ins Gefängnis oder wurden ausgewiesen, eine Reihe auch erschossen. Gegen die anderen, die sich fügten, gab es keine solchen Maßnahmen, sondern das Angebot mitzuarbeiten. Viele dieser Kulaken taten das. Viele von ihnen aber, die sich Vergehen hatten zuschulden kommen lassen, zogen es auch vor, freiwillig und nicht etwa wie wiederum andere ausgewiesene - in eine andere Gegend der Ud SSR zu fliehen, dort in eine Kollektivwirtschaft einzutreten. Entweder um Ruhe zu haben oder aber, wie es einige tausend taten, um auf ihre Stunde der Rache zu warten. Aus dieser Flucht von ungefähr 30 000 Kulaken und der Ausweisung weiterer 20 000 wurde dann die "Vertreibung Hunderttausender sowjetischer Bauern" in der westlichen Presse. In der Sowjetunion selbst verlief die Entwicklung ganz anders. Bereits am 7. Januar 1933 konnte J. W. Stalin feststellen: "Die Partei hat erreicht, daß das Kulakentum als Klasse zerschmettert, wenn auch noch nicht vernichtet ist, daß die werktätige Bauernschaft von der Knechtung und Ausbeutung durch die Kulaken befreit ist und daß für die Sowjetmacht im Dorfe eine feste wirtschaftliche Basis geschaffen wurde, die Basis der kollektiven Wirtschaft. Die Partei hat erreicht, daß die Sowjetunion aus einem Lande der kleinbäuerlichen Wirtschaft bereits zum Lande der größten landwirtschaftlichen Betriebe der Weit geworden ist" (7). Das Dorf war dabei, sein Gesicht zu ändern, oder hatte es bereits geändert. Wo früher der Posten der Gendarmerie des Zaren gestanden hatte, war jetzt das Klubhaus der Kollektivbauern. Wo früher die Kirchen standen, waren jetzt Krankenhäuser, Bibliotheken und andere Einrichtungen dieser Art. Wo es früher nur Analphabeten gegeben hatte, existierte jetzt nicht nur eine Grund- und eine höhere Schule, sondern auch ein agrarwissenschaftliches oder ein veterinärmedizinisches Institut, von denen es jeweils Zehntausende gab. Die sowjetische Bäuerin hatte mit am meisten dabei gewonnen. Nichts an ihr erinnerte noch an die Frau des Landarmen früherer Tage. "Das Kollektivwirtschaftssystem hat die endgültige Aufhebung der Ungleichheit zwischen Mann und Frau gesichert, denn im Hinblick auf das Tagewerk sind alle in der Kollektivvvirtschaft gleich. Die Frauen wurden in den Kollektivwirtschaften eine große Macht. Kollektivbäuerinnen arbeiten als Vorsitzende der Kollektivwirtschaften, als Brigade- und Gruppenleiterinnen, als Traktoren- und Mähdrescherführerinnen. Sie zeigen große Initiative bei der Entfaltung des sozialistischen Wettbewerbs" (8). Die armen Bauern und die mittleren Bauern hatten also von der Kollektivierung nur zu gewinnen. Deshalb folgten sie, Dutzende und Aberdutzende von Millionen Menschen, dem Ruf der Partei zum Kampf gegen die Kulaken. Denn der Kampf gegen diese letzte Ausbeuterklasse war kein Kampf zwischen Kommunisten und Kulaken, sondern zwischen den breitesten Teilen der Bauern, an deren Spitze die Kommunisten standen, gegen die Ausbeuter. Die Bauern, die sich auf die Sowjetmacht stützten, nahmen den Kulaken das Land, das Vieh und die Maschinen ab, so wie die Arbeiter im Oktober 1917 den Kapitalisten die Werke, Fabriken und Banken abgenommen hatten. Eine Protokollnotiz aus der Versammlung einer Genossenschaft in jenen Tagen soll dies verdeutlichen: "Zur Debatte stand: die Kollektivierung und die Liquidierung des Kulakentums als Klasse. Beschlußfassung: nach Anhörung des Referats über die Liquidierung des Kulakentums als Klasse im Dorf haben wir, die Mitglieder der Genossenschaft zur gemeinschaftlichen Bearbeitung des Bodens Bauernarbeit', da wir in Betracht zogen, daß der Kulak der Klassenfeind der Hauptmasse des Dorfes ist und die Maßnahmen der Partei und der Sowjetmacht zur Umgestaltung der Landwirtschaft hemmt, beschlossen, das Eigentum der Kulaken, sowohl das bewegliche als auch das unbewegliche, unverzüglich zu beschlagnahmen und der Genossenschaft zur Verfügung zu stellen und die Miliz zu bitten, die Kulaken selbst aus dem Bezirk auszuweisen" (9). So reagierten Bauern aus einem Kreis, in dem die Situation sehr zugespitzt war, und tatsächlich wurden auch rund 20 000 Kulaken aus ihrer Region ausgewiesen, um keinen Schaden mehr anrichten zu können. Ober die Auswirkung der Kollektivierung der Landwirtschaft auf die asiatischen Republiken der Ud SSR berichtet ein des Kommunismus sehr unverdächtiger Zeuge, der Dekan von Canterbury: "Die nächste Etappe mußte durch den Traktor erobert werden. Es war schwer für die Bauern, das Land, in dessen Besitz sie eben erst gelangt waren, von neuem hergeben zu müssen und sich in größeren Gruppen zu Kollektivfarmern zusammenzuschließen. Es bestand die Gefahr, daß Einzelbauern durch das Zusammenraffen von Land Reichtum erwerben und daß die eben beseitigten Obel von neuem beginnen würden. Der Traktor rettete sie vor sich selbst. Das Frühjahr 1930 brachte den Höhepunkt der Krise. Der Frühling kam spät ins Land. Die Zeit zur Aussaat war kurz bemessen. Die Bauern quälten sich auf ihren kleinen Wirtschaften mit Holzpflügen, um die Erde aufzukratzen, während jenseits der schmalen Furche, die ihr kleines Feld von den Staatsgütern trennte, das riesige Stahlroß den harten Boden im Gewalttempo tief aufriß. Vergeblich warnten die Mullahs die Bauern, daß die mit Traktoren umgepflügten Felder keinen Erntesegen brächten'. Das Wunder hatte sich vor ihren erstaunten Augen vollzogen, und der Traktor hatte gesiegt. Die Bauern strömten in die Kollektive. Die Zeit war reif für eine geplante Baumwollindustrie in Zentralasien"(10). So reagierten also die Bauern in den asiatischen Republiken, die ja zum Teil erst 1927 von der Herrschaft der Feudalen befreit worden waren, erst drei Jahre unter der Sowjetmacht lebten. Noch viel eindeutiger reagierten jene, die schon zwölf bis fünfzehn Jahre im Staat der Arbeiter und Bauern lebten. In seinem bereits erwähnten Bericht vom 7. Januar 1933 sagte J.W. Stalin: "Bei der Verwirklichung des Fünfjahrplans in der Landwirtschaft hat die Partei die Kollektivierung in beschleunigtem Tempo durchgeführt. Hat die Partei richtig gehandelt, als sie die Politik des beschleunigten Kollektivierungstempos betrieb? Ja, sie hat unbedingt richtig gehandelt, obwohl es hier nicht ohne einen gewissen Obereifer abgegangen ist. Bei der Durchführung der Politik der Liquidierung des Kulakentums als Klasse und bei der Vernichtung der Kulakennester konnte die Partei nicht auf halbem Wege stehen bleiben. Sie mußte dieses Werk zu Ende führen. Das als erstes. Zweitens hat die Partei, da sie einerseits über Traktoren und landwirtschaftliche Maschinen verfügte und sich andererseits das Fehlen von Pivateigentum an Grund und Boden (Nationalisierung des Bodens!) zunutze machte, alle Möglichkeiten, um die Kollektivierung der Landwirtschaft zu forcieren. Und sie hat auf diesem Gebiet in der Tat einen gewaltigen Erfolg errungen, denn sie hat das Programm des Fünfjahresplans der Kollektivierung zu 300 Prozent verwirklicht" (11). Das war die Politik der Kollektivierung der Landwirtschaft, die den Völkern der Sowjetunion die Sicherheit ihrer Versorgung gewährleistete, ihnen mehr Brot als je zuvor beschaffte und den Bauern wohlhabend machte. Das war die Auswirkung des Stalinschen Fünfjahresplans in der Landwirtschaft. Das war der siegreiche Kampf gegen die letzte Ausbeuterklasse, die Kulaken, die Großbauern. Kann es da irgendjemand verwundern, wenn die sowjetischen Bauern Stalin nicht haßten, wenn er ihnen nicht gleichgültig war, sondern daß sie ihn "Väterchen Stalin" nannten? Das kann niemand überraschen, war er es doch, der diese Politik, die ihr Leben so sehr zum Guten veränderte, geleitet hatte.

Die Moskauer Prozesse –

Warum nennt die bürgerliche Propaganda sie den "Höhepunkt des Stalinismus"?



Die Prozesse von Moskau in den Jahren 1935 bis 1938, die Säuberungskampagnen in der Partei von 1933 bis 1936, Anklagen gegen ehemalige hohe Partei- und Staatsfunktionäre. keiner, der über die Sowjetunion von damals schreibt, vergißt diese Ereignisse zu erwähnen. Das sei, so der Tenor dieser Propaganda, die große Abrechnung Stalins gewesen, da habe er endgültig alle seine Konkurrenten ausgeschaltet, alte verdiente Bolschewiki seien liquidiert worden. Es soll damit insgesamt der Eindruck erweckt werden, als sei damals niemand mehr seines Lebens sicher gewesen, als habe eine ständige Atmosphäre der Angst und des Terrors geherrscht. Die bürgerliche Propaganda will so die Parallele ziehen zur Hitier-Diktatur, zu den heimlichen Verhaftungen im Morgengrauen, zur Massenverfolgung der Arbeiterschaft. Zeugen, die dafür aufgefahren werden, sollen das bestätigen. Vor einiger Zeit machten die Erinnerungen des sowjetischen Musikers Schostakowitsch in Westdeutschland die Runde durch die Presse. In diesen Memoiren erhob er genau diese Anschuldigungen, Man habe, so schreibt er, Angst gehabt, irgendeinen Fehler zu machen, weil man nicht wußte, ob deswegen nicht der Geheimdienst kam. Furcht habe geherrscht. Oder: vor kurzem erschien eine Autobiographie des angeblichen Altkommunisten Kolman, der beteuerte, er sei vom Kommunismus abgekommen, als viele seiner besten Freunde in den Jahren 1937 und 1938 zu Gefängnisstrafen oder sogar zur Todesstrafe verurteilt worden seien. Wenn man weiß, daß ein Mann wie Kolman andererseits eingesteht, eingestehen muß, daß er schon seit 1918 in Opposition zur Linie der Partei gestanden hatte, kann man sich vorstellen, um was für Freunde es sich hier gehandelt haben wird - wir werden das im weiteren Verlauf noch sehen. Aber, wie bei allen Gerüchten und Lügen über Stalin und die Politik der K Pd SU[new](B) zu jener Zeit, ist es auch hier so, daß es durchaus Ereignisse gegeben hat, die Anlaß zu den Hetzkampagnen waren. Es fanden zahlreiche Prozesse statt, darunter die drei großen Moskauer Prozesse, in denen eine Reihe ehemaliger hoher Funktionäre unter den Angeklagten war. Was war der Hintergrund, was waren die Ursachen und wie war der Ablauf dieser Ereignisse? Wen trafen diese Prozesse und was war ihr Ergebnis? Bei seiner Rede über die Ergebnisse des ersten Fünfjahresplans am 7. Januar 1933 sagte J.W. Stalin, nachdem er die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, die sozialen Umgestaltungen dargelegt hatte, über den Kampf gegen die Feinde des Sozialismus: " Die Ergebnisse des Fünfjahresplans in vier Jahren auf dem Gebiet des Kampfes gegen die Überreste feindlicher Klassen: Als Ergebnis der Verwirklichung des Fünfjahresplans auf dem Gebiet der Industrie, der Landwirtschaft und des Handels haben wir in allen Sphären der Volkswirtschaft das Prinzip des Sozialismus durchgesetzt und aus ihnen die kapitalistischen Elemente vertrieben. Wozu mußte das in bezug auf die kapitalistischen Elemente führen, und wozu hat es in der Tat geführt? Das hat dazu geführt, daß die letzten Überreste der sterbenden Klasse: die Privatindustriellen und ihr Anhang, die Privathändler und ihre Handlanger, die ehemaligen Adligen und Popen, die Kulaken und ihre Helfershelfer, die ehemaligen weißen Offiziere und Landpolizisten, die ehemaligen Polizisten und Gendarmen, die verschiedensten bürgerlichen Intellektuellen chauvinistischer Färbung und alle sonstigen antisowjetischen Elemente aus dem Geleise geworfen wurden. Diese "Ehemaligen" die aus dem Geleise geworfen wurden und sich über das ganze Gebiet der Ud SSR verstreut haben, verkrochen sich in unseren Werken und Betrieben, in unseren Institutionen und Handelsorganisationen, in den Eisenbahn- und Schiffahrtsbetrieben und hauptsächlich in den Kollektiv- und Sowjetwirtschaften. Sie verkrochen sich und versteckten sich dort unter der Maske von Arbeitern' und Bauern', wobei sich der eine oder andere von ihnen sogar in die Partei einschlich. Was brachten sie dorthin mit? Natürlich das Gefühl des Hasses gegen die Sowjetmacht, das Gefühl erbitterter Feindschaft gegen die neuen Wirtschafts-, Lebensund Kulturformen. Gegen die Sowjetmacht direkt Attacke zu reiten sind diese Herrschaften nicht mehr imstande. Sie und ihre Klassen haben schon einige Male solche Attacken geritten, aber sie wurden geschlagen und zerstreut. Darum ist das einzige, was sie noch tun können, Schaden und Unheil für die Arbeiter, die Kollektivbauern, die Sowjetmacht und die Partei zu stiften. Und sie schaden auch, wo sie nur können, indem sie versteckte Wühlarbeit betreiben. Sie stecken Lagerhäuser in Brand und beschädigen Maschinen. Sie organisieren Sabotage. Sie organisieren Schädlingsarbeit in den Kollektivwirtschaften, in den Sowjetwirtschaften, wobei manche von ihnen, unter denen sich auch einige Professoren befinden, in ihrem Schädlingsdrang so weit gehen, daß sie dem Vieh in den Kollektiv- und Sowjetwirtschaften die Pest, die sibirische Seuche einimpfen, die Verbreitung der Meningitis unter den Pferden fördern usw. Aber das ist nicht die Hauptsache. Die Hauptsache in der Tätigkeit' dieser Ehemaligen besteht darin, daß sie massenhaft Diebstahl und Veruntreuung staatlichen und genossenschaftlichen Gutes, kollektivwirtschaftlichen Eigentums organisieren. Diebstahl und Veruntreuung in den Werken und Fabriken, Diebstahl und Veruntreuung von Eisenbahnfrachten, Diebstahl und Veruntreuung in Lagerhäusern und Handelsbetrieben - besonders aber Diebstahl und Veruntreuung in den Sowjet- und Kollektivwirtschaften -, das ist die Hauptform der Tätigkeit' dieser Ehemaligen. Sie fühlen sozusagen mit ihrem Klasseninstinkt, daß die Grundlage der Sowjetgesellschaft das gesellschaftliche Eigentum bildet, daß man, um der Sowjetmacht zu schaden, eben diese Grundlage erschüttern muß - und sie bemühen sich tatsächlich, das gesellschaftliche Eigentum dadurch zu erschüttern, daß sie Diebstahl und Veruntreuung in Massenumfang organisieren. Zur Organisierung von Diebstählen nutzen sie die aus dem Privateigentum herrührenden Gewohnheiten und Reminiszenzen der Kollektivbauern aus, die gestern noch Einzelbauern waren, heute aber Mitglieder der Kollektivwirtschaften sind. Sie als Marxisten müssen wissen, daß das Bewußtsein der Menschen in seiner Entwicklung hinter ihrer tatsächlichen Lebenslage zurückbleibt. Die Kollektivbauern sind ihrer Lage nach nicht mehr Einzelbauern, sondern Kollektivisten, aber ihr Bewußtsein ist einstweilen noch das alte, das Bewußtsein von Privateigentümern. Und die aus den Ausbeuterklassen stammenden Ehemaligen nutzen die aus dem Privateigentum herrührenden Gewohnheiten der Kollektivbauern aus, um Diebstahl an gesellschaftlichem Gut zu organisieren und damit die Grundlage der sowjetischen Gesellschaftsordnung, das gesellschaftliche Eigentum, zu erschüttern. Viele unserer Genossen stehen diesen Erscheinungen gleichmütig gegenüber und verstehen nicht Sinn und Bedeutung der massenhaften Diebstähle und Veruntreuungen. Sie gehen wie Blinde an diesen Tatsachen vorbei, in der Annahme, daß es daran nichts Besonderes' gibt. Aber diese Genossen sind sehr im Irrtum. Die Grundlage unserer Gesellschaftsordnung ist das gesellschaftliche Eigentum, ebenso wie die Grundlage des Kapitalismus das Privateigentum ist. Die Kapitalisten haben das Privateigentum für heilig und unantastbar erklärt und seinerzeit eine Festigung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung erreicht. Wir Kommunisten müssen um so mehr das gesellschaftliche Eigentum für heilig und unantastbar erklären, um damit die neuen, die sozialistischen Wirtschaftsformen auf allen Gebieten der Produktion und des Handels zu festigen. Diebstahl und Veruntreuung gesellschaftlichen Eigentums - gleichviel, ob es sich um Staatseigentum oder genossenschaftliches und kollektivwirtschaftliches Eigentum handelt zulassen und an solchen konterrevolutionären Schandtaten vorbeigehen heißt die Untergrabung der sowjetischen Gesellschaftsordnung fördern, die sich auf das gesellschaftliche Eigentum als ihre Basis stützt. Davon ging unsere Sowjetregierung aus, als sie unlängst das Gesetz zum Schutz des gesellschaftlichen Eigentums erließ. Dieses Gesetz ist die Grundlage der revolutionären Gesetzlichkeit im gegenwärtigen Augenblick. Seine strengste Durchführung ist die erste Pflicht jedes Kommunisten, jedes Arbeiters und Kollektivbauern. Man sagt, daß sich die revolutinäre Gesetzlichkeit unserer Zeit durch nichts von der revolutionären Gesetzlichkeit der ersten Periode der NÖP unterscheide, daß die revolutionäre Gesetzlichkeit unserer Zeit eine Rückkehr zu der revolutionären Gesetzlichkeit der ersten Periode der NÖP sei. Das ist absolut falsch. Die revolutionäre Gesetzlichkeit der ersten Periode der NÖP richtete sich mit ihrer Spitze hauptsächlich gegen die Auswüchse des Kriegskommunismus, gegen die "ungesetzlichen" Konfiskationen und Eintreibungen. Sie garantierte dem Privateigentümer, dem Einzeibesitzer, dem Kapitalisten die Unversehrtheit ihres Besitzes unter der Bedingung, daß sie die Sowjetgesetze aufs strengste einhalten. Ganz anders steht es um die revolutionäre Gesetzlichkeit in unserer Zeit. Die revolutionäre Gesetzlichkeit unserer Zeit ist mit ihrer Spitze nicht gegen die Auswüchse des Kriegskommunismus, die schon längst nicht mehr existieren, sondern gegen Diebe und Schädlinge in der gesellschaftlichen Wirtschaft, gegen Rowdys und Leute gerichtet, die das gesellschaftliche Eigentum veruntreuen. Die größte Sorge der revolutionären Gesetzlichkeit in unserer Zeit gilt folglich dem Schutz des gesellschaftlichen Eigentums und nichts anderem. Deshalb ist der Kampf für den Schutz des gesellschaftlichen Eigentums, ein Kampf, der mit allen Maßnahmen und Mitteln geführt wird, die uns die Gesetze der Sowjetmacht zur Verfügung stellen, eine der Hauptaufgaben der Partei. Eine starke und mächtige Diktatur des Proletariats das ist es, was wir jetzt brauchen, um die letzten Oberreste der sterbenden Klassen zu vernichten und ihre Diebesmachenschaften zu vereiteln. Manche Genossen haben die These von der Aufhebung der Klassen, von der Schaffung einer klassenlosen Gesellschaft und vom Absterben des Staates als Rechtfertigung für Trägheit und Gleichmütigkeit aufgefaßt, als Rechtfertigung der konterrevolutionären Theorie vom Erlöschen des Klassenkampfes und von der Schwächung der Staatsmacht. Es erübrigt sich zu sagen, daß solche Leute mit unserer Partei nichts gemein haben können. Das sind Entartete oder Doppelzüngler, die man aus der Partei verjagen muß. Die Aufhebung der Klassen wird nicht durch das Erlöschen des Klassenkampfes, sondern durch seine Verstärkung erreicht. Das Absterben des Staates wird nicht durch Schwächung der Staatsmacht erfolgen, sondern durch ihre maximale Verstärkung, die notwendig ist, um die Oberreste der sterbenden Klassen zu vernichten und die Verteidigung gegen die kapitalistische Umkreisung zu organisieren, die noch bei weitem nicht beseitigt ist und noch nicht so bald beseitigt sein wird. Durch die Verwirklichung des Fünfjahrplans haben wir erreicht, daß wir die letzten Oberreste der feindlichen Klassen aus ihren Positionen in der Produktion endgültig hinausgeworfen, das Kulakentum geschlagen und die Grundlage für seine Vernichtung geschaffen haben. Das ist das Ergebnis des Fünfjahrplans auf dem Gebiet des Kampfes gegen die letzten Trupps der Bourgeoisie. Aber das ist noch zuwenig. Die Aufgabe besteht darin, diese Ehemaligen aus unseren eigenen Betrieben und Institutionen hinauszuwerfen und sie endgültig unschädlich zu machen. Man kann nicht sagen, daß diese Ehemaligen durch ihre Schädlings- und Diebesmachenschaften an der jetzigen Lage in der Ud SSR irgend etwas ändern könnten. Sie sind zu schwach und ohnmächtig, um sich den Maßnahmen der Sowjetmacht zu widersetzen. Wenn sich aber unsere Genossen nicht mit revolutionärer Wachsamkeit wappnen und das spießbürgerlich gutmütige Verhalten zu Fällen des Diebstahls und der Veruntreuung gesellschaftlichen Eigentums nicht aus der Praxis ausmerzen, so können die Ehemaligen nicht wenig Schaden anrichten. Man muß im Auge behalten, daß die wachsende Macht des Sowjetstaates den Widerstand der letzten Oberreste der sterbenden Klassen verstärken wird. Gerade weil sie im Sterben liegen und ihre letzten Tage fristen, werden sie von den Vorstößen der einen Form zu Vorstößen in anderen, schärferen Formen übergehen, an rückständige Schichten der Bevölkerung appellieren und sie gegen die Sowjetmacht mobilisieren. Es gibt keine Gemeinheit und keine Verleumdung, zu der diese Ehemaligen in ihrem Kampf gegen die Sowjetmacht nicht greifen und mit deren Hilfe sie nicht versuchen würden, die rückständigen Elemente zu mobilisieren. Auf diesem Boden können die zerschlagenen Gruppen der alten konterrevolutionären Parteien der Soziafrevolutionäre, Menschewiki, der bürgerlichen Nationalisten im Zentrum des Landes und in den Randgebieten wiederaufleben und sich zu regen beginnen, können die Splitter der konterrevolutionären Elemente aus den Reihen der Trotzkisten und der rechten Abweichler wiederaufleben und sich zu regen beginnen. Das ist natürlich nicht schrecklich. Aber all dies muß man im Auge behalten, wenn wir mit diesen Elementen schnell und ohne besondere Opfer Schluß machen wollen. Deshalb ist die revolutionäre Wachsamkeit diejenige Eigenschaft, die die Bolschewiki jetzt besonders brauchen" (13). Das war die entscheidende Tatsache jener Jahre. Die alten Ausbeuterklassen wurden durch die Fünfjahrpläne endgültig abgeschafft. Das Ziel des zweiten Fünfjahrplans, der 1933 begann, war ja genau das: die endgültige Beseitigung der Ausbeuterklassen zu leisten, das Werk zu Ende zu führen, das mit dem ersten Fünfjahrplan, so wie es von Stalin hier gezeigt wurde, begonnen worden war. Und dagegen wehrten sich diese Klassen. Sie wollten ihre Privilegien, ihre Macht über andere Menschen, nicht verlieren. Und die alten politischen Gruppen wachten tatsächlich wieder zum Leben auf, traten wieder ans Tageslicht: Eine Welle von Sabotage ging über das Land. "im Sommer 1934 entlarvte man eine Gruppe Landesverräter innerhalb der Garnison Petrosavodsk. Die Untersuchungen der Sicherheitsorganisation in der Angelegenheit wurde von Sergej Kirow geführt, Mitglied des Politbüros und Sekretär in der Leningrader Parteiorganisation. Als er die Fäden aufwickelte, die von den Konspiratoren in Petrosavodsk ausgingen, entdeckte er, daß der Parteisekretär und sein Stellvertreter im Ural mit einem heimlichen Oppositionszentrum in Leningrad, Moskau, Kiew und Tiflis in Kontakt standen. Er fand auch heraus, daß der Chef des Sicherheitsdienstes im Ural Führer eines dortigen Oppositionszentrums war und illegale Broschüren in der Druckerei des Sicherheitsdienstes hatte drucken lassen. Im Dezember 1934 wurde Kirow in seinem Dienstzimmer in Leningrad ermordet. Der Mörder wurde auf frischer Tat festgenommen, und es war sofort klar, daß der Mord geschehen war, um weitere Entlarvungen landesverräterischer Tätigkeiten zu verhindern" (14). Das war der Auftakt jenes Geschehens, das in der westlichen Presse allgemein als "Stalinistische Schauprozesse" genannt wird. Gegen wen richtete sich dieser Kampf? "Wo an der Spitze einer Kollektiwirtschaft Leute stehen, die unserer Partei und der Sowjetmacht ergeben sind, die die Sache in revolutionärer Weise zu leiten verstehen, dort stehen die Dinge ausgezeichnet. Wo aber an der Spitze der Kollektivwirtschaften der Klassenfeind steht, ein gestriger Diakon, Kulak, weißgardischer Offizier, Petijuraanhänger usw., dort geht die Sache außerordentlich miserabel und wendet sich gegen uns" (15). Der Kampf richtete sich also zum einen gegen jene Angehörigen von Ausbeuterklassen, die dazu übergegangen waren, den Sozialismus von innen her zu bekämpfen, Sabotage zu betreiben. Er richtete sich aber auch gegen jene Leute, die zwar noch innerhalb der Reihen der Partei waren, aber sich von Opponenten zu Gegnern, zu Feinden des Sozialismus und der Sowjetvölker entwickelt hatten. Prozeßakten jener Zeit geben Aufschluß darüber, daß eine wirkliche große Verschwörung gegen den Sozialismus in den Sowjetrepubliken existierte. Die Partei hatte nicht in genügendem Maße die von Stalin in der oben zitierten Rede verlangte Wachsamkeit. Deshalb mußten recht viele Mitglieder aus der Partei ausgeschlossen werden. Man muß dazu wissen, daß die Partei in jenen Jahren sehr schnell gewachsen war, über 3Millionen Mitglieder zählte. Dabei waren allerdings auch eine Reihe Karrieristen in die Partei eingetreten, die sich davon Vorteile versprachen. Andere Mitglieder wiederum waren nicht mehr aktiv. Deshalb wurde gleichzeitig ein Umtausch der Parteibücher vorgenommen, um zu prüfen, wer zu Unrecht Parteimitglied war, und es wurden solche Leute, die sich offensichtlich eingeschlichen hatten, ausgeschlossen. Da die Partei einfach zu schnell gewachsen war, wurde auch - 1933 - ein Aufnahmestopp für einen bestimmten Zeitraum erlassen. So kam es dazu, daß bis 1937 800 000 Mitglieder aus der Partei entfernt wurden, 25 Prozent der Mitgliedschaft. So weit zur Reinigung der Partei. Bestraft und verfolgt aber wurden diejenigen, die sich Verbrechen zuschulden kommen ließen. Dem Mord an S.M. Kirow im Dezember 1934 folgten noch weitere "Todesfälle" führender Funktionäre der K Pd SU[new](B), die als Mord entlarvt wurden. Es starb der Genosse W.W. Kuibyschew, Mitglied des Politbüros des ZK der K Pd SU[new](B). Es starb der Genosse 1. Menshinski, Mitglied des ZK der K Pd SU[new](B) und Vorsitzender des sowjetischen Sicherheitsdienstes NKWD. Es starb der große Schriftsteller Maxim Gorki, ein enger Freund Stalins -, und auch Gorkis Sohn. Im Jahre 1935 tobte ein heftiger Kampf. In Prozeßakten werden über 1000 registrierte Sabotageakte genannt, mehr als 100 untere und mittlere Partei- und Staatsfunktionäre wurden Opfer von Attentaten und anderen Terrorakten. Und jetzt schlug die Partei, schlug die Arbeiterklasse zurück. Partei, Massenorganisationen und Sicherheitsdienst führten eine große Kampagne zur Säuberung der staatlichen Institutionen von Klassenfeinden und ihren Werkzeugen. So kam es dazu, daß in den Jahren 1935 bis 1938 rund 140 000 Menschen in der Ud SSR der Prozeß gemacht wurde. 40 000 von ihnen waren früher in der Partei gewesen, jeder zwanzigste der 800 000ehemaligen Parteimitglieder mußte also vor Gericht gestellt werden. Um einen Begriff davon zu bekommen, wie verlogen die Hetze der "Stalinistischen Terrorwelle" ist, muß man wissen, daß die Ud SSR damals rund 180 Millionen Einwohner hatte. Diese Prozesse trafen also rund 0,06 Prozent der Bevölkerung. Wenn man andererseits weiß, daß wenige Jahre vorher rund 3 Prozent der Gesamtbevölkerung Teil der Ausbeuterklassen waren, etwas mehr als 6 Millionen Menschen, dann kann man leicht nachvollziehen, daß sich diese Prozesse gegen die ehemaligen Ausbeuter und ihre Interessenvertreter in Partei und Staat, die eine Verschwörung organisiert hatten, richteten. Unter ihnen waren rund 80 ehemalige hohe Funktionäre der Partei, des Staates und der Armee der Sowjetunion, weitere rund 2000 höhere Funktionäre einzelner Sowjetrepubliken. Wen es traf, ist auch aktenkundig: "Eine Angabe zeigt auf, daß von den 1094 Personen, die in Leningrad bis zum 16. März 1936 verhaftet und wegen sowjetfeindlicher Tätigkeit oder Spionage für ausländische Mächte angeklagt wurden, 547 frühere Generäle der Zarenarmee und der weißgardistischen Armeen, 142 frühere zaristische Beamte, 133 frühere Beamte in der zaristischen Polizei, 41 frühere Prinzen, 109 frühere Grafen und Barone, 68 frühere Gutseigentümer, 35 frühere Industrieeigentümer und 19 frühere Kaufleute waren" (17). Die Oberreste der feindlichen Klassen! (Wobei natürlich im Industriezentrum Leningrad die Klasse der Großbauern nicht vertreten war). Diejenigen Prozesse, die am meisten Aufmerksamkeit erregten, die die westliche Pressewelt in Atem hielten, die bis heute Hauptgegenstand aller Lügenpropaganda sind, waren die drei großen Prozesse von Moskau, in denen auch die bekanntesten jener hohen Parteifunktionäre angeklagt waren, die beschuldigt wurden, gegen den Sozialismus mit terroristischen Mitteln gekämpft zu haben. Der Prozeß gegen das "Trotzkistisch--sinowjewtische Terroristische Zentrum", der vom 19. bis 24. August 1936 stattfand, bei dem Sinowjew, Kamenew und 14weitere Personen angeklagt waren. Der Prozeß gegen das "Sowjetfeindliche Trotzkistische Paralelle Zentrum", der am 23. Januar 1937 eröffnet wurde, bei dem Pjatakow, Radek, Sokolnikow, Serebrjakow und 13 weitere Personen angeklagt waren. Und schließlich, vom 2. bis 13. März 1938 der abschließende Prozeß, der "letzte aller Prozesse" – wie ihn der amerikanische Journalist Dunanti nannte, gegen den "Block der Rechten und Trotzkisten", mit Bucharin, Rykow, Jagoda und 18weiteren Angeklagten. Zu diesen drei Prozessen muß auch noch der geheime - Militärgerichtsprozeß gegen Tuchatschewski und 11 weitere Offiziere gerechnet werden, der im Juli 1937 als einziger nicht öffentlich stattfand. Von den 66 Angeklagten dieser vier Prozesse wurden über 50 zum Tode durch Erschießen verurteilt, die anderen zu langen Gefängnisstrafen. Als Grund für diese Urteile lagen vor: die Geständnisse der Angeklagten, zahllose Zeugenaussagen, Dokumente über die Tätigkeit der Angeklagten, der Verlauf der Prozesse selbst und zahlreiche Indizien. Aus der Anklageschrift des ersten dieser Prozesse, im August 1936: " Anklageschrift in Sachen Sinowjew, G.J. Kamenew, L.B. Jewdokimow, G. J.,Smirnow, L.N.,Rakajew, 1.P.Ter Waganjan, WA. Mratschkowski, S.W. Dreitzer, J.A.. Gotzman, E.S. Reingold, L.I. Pikel, R.W. Olberg, V.P. Berman-Jurin, K.B. Fritz David (Kruglianski,Ll.), M. Lurie und N. Lutie, die der Verbrechen gegen Artikel 58(8), 19 und 58(8), 58(11) des Strafgesetzbuches der RSFSR angeklagt werden. Am 15. und 16. Januar 1935 behandelte das Militärkollegium des Obersten Gerichtshofes der Union der SSR während der in Leningrad abgehaltenen Tagung die Strafsache gegen die illegale konterrevolutionäre Gruppe von Sinowjew Ieuten[new], die sich Moskauer Zentrum' nannte und deren Hauptleiter neben anderen in diesem Prozeß Verurteilten Sinowjew, G.J. Kamenew, L.B.,Jewdokimow, G.J. und Bekajew, I.P. waren. Die Voruntersuchung und die Hauptverhandiung in dieser Strafsache ergaben, daß das sogenannte Moskauer Zentrum' während einer Reihe von Jahren die konterrevolutionäre Tätigkeit verschiedener illegaler Gruppen von Sinowjewleuten geleitet hatte, darunter auch die konterrevolutionäre Tätigkeit der Leningrader Gruppe Nikolajew-Kotolynow, die am 1. Dezember 1934 den niederträchtigen Mord an dem Genossen S.M. Kirow beging. Das Gericht stellte fest, daß das sogenannte Moskauer Zentrum', als ideologische und politische Leitung der Leningrader Gruppe der Sinowjew Ieute[new], von den terroristischen Stimmungen dieser Gruppe gewußt und diese Stimmungen in jeder Weise angefacht hatte. Das mußten auch die Angeklagten Sinowjew und Kamenew gestehen, die jede Beteiligung an der Ermordung des Genossen S.M. Kirow leugneten und heuchlerisch vor Gericht erklärten, daß sie für die Ermordung des Genossen Kirow nur moralisch und politisch verantwortlich seien. Wie sich jetzt herausgestellt hat, verfügten die Untersuchungs- und Gerichtsorgane vor anderthalb Jahren bei der Untersuchung des Mordes an dem Genossen S.M. Kirow nicht über den gesamten Tatbestand, der die tatsächliche Rolle der Leiter des sogenannten Moskauer Zentrums' einerseits und der Leiter der trotzkistischen illegalen Organisationen andererseits in der weißgardistischen terroristischen illegalen Tätigkeit der Sinowjewleute aufdeckt. Auf Grund neu zutage getretener Umstände, die im Jahre 1936 im Zusammenhang mit der Aufdeckung einer Reihe von Terroristengruppen der Trotzkisten und Sinowjewleute durch die Untersuchungsorgane klargestellt worden sind, hat die Voruntersuchung ergeben, daß die im Prozeß gegen das Moskauer Zentrum' Verurteilten Sinowjew, Kamenew, Jewdokimow und Bakajew in Wirklichkeit nicht nur von den terroristischen Stimmungen ihrer Anhänger in Leningrad wußten, sondern auch die direkten Organisatoren des Mordes an dem Genossen S. M. Kirow waren. Die Voruntersuchung hat auch ergeben, daß Sinowjew, Kamenew, Jewdokimow, Bakajew und eine Reihe anderer in der vorliegenden Sache Angeklagten, von denen weiter unten die Rede sein wird, die Initiatoren und Organisatoren von Anschlägen waren, die auch auf das Leben anderer Führer der K Pd SU[new](B) und der Sowjetregierung vorbereitet wurden. Desgleichen hat die Voruntersuchung ergeben, daß die Sinowjewleute ihre verbrecherische und terroristische Praxis in direktem Block mit den Trotzkisten und dem im Ausland befindlichen L. Trotzki betrieben. Diese neu zutage getretenen Umstände ergeben unzweifelhaft: 1. daß Ende 1932 die Vereinigung der trotzkistischen Gruppe und der Sinowjew-Gruppe zustande kam, die ein vereinigtes Zentrum organisierten, bestehend aus den in der vorliegenden Sache angeklagten Sinowjew, Kamenew, Jewdokimow, Bakajew (von den Sinowjewleuten) und Smirnow, I.N., Ter-Waganjan und Mratschkowski (von den Trotzkisten); 2. daß die Hauptbedingung der Vereinigung dieser konterrevolutionären Gruppen die beiderseitige Anerkennung des individuellen Terrors gegen die Führer der K Pd SU[new](B) und der Sowjetregierung war; 3. daß gerade von dieser Zeit an (Ende 1932) die Trotzkisten und die Sinowjewleute auf direkte Weisungen L. Trotzkis, die das vereinigte Zentrum durch spezielle Agenten erhielt, ihre ganze feindselige Tätigkeit gegen die KHSU(B) und die Sowjetregierung hauptsächlich auf die Organisierung von Terrorakten gegen die hervorragendsten Führer der K Pd SU[new](B) und der Sowjetregierung konzentrierten; 4. daß das vereinigte Zentrum zu diesem Zweck spezielle terroristische Gruppen organisierte, die eine Reihe praktischer Maßnahmen zur Ermordung der Genossen Stalin, Woroschilow, Kaganowitsch, Kirow, Ordshonikidse, Shdanow, Kossior, Postyschew u, a. getroffen haben; 5. daß durch eine dieser terroristischen Gruppen, bestehend aus Nikolajew, Rumjanzew, Mandelstam, Lewin, Kotolynow u.a., die am 28. und 29. Dezember 1934 vom Militärkollegium des Obersten Gerichtshofes der Union der SSR verurteilt wurden, am 1. Dezember 1934 auf direkte Weisung Sinowjews und L. Trotzkis und unter unmittelbarer Leitung des vereinigten Zentrums der niederträchtige Mord an dem Genossen S. M. Kirow ausgeführt wurde." "Die Aussagen Sinowjews, Kamenews, Jewdokimows, Mratschkowskis, Bakajews und einer Reihe anderer in der vorliegenden Sache Angeklagten haben unzweifelhaft ergeben, daß das einzige Motiv der Organisierung des trotzkistisch-sinowjewistischen Blocks das Bestreben war, um jeden Preis die Macht zu ergreifen, und daß als einziges und entscheidendes Mittel dazu die Organisierung von Terrorakten gegen die hervorragendsten Führer der Partei und der Regierung gewählt wurde. Ohne jede Stütze in der Arbeiterklasse und in den werktätigen Volksmassen der Ud SSR, ohne jeden Rest eines ideologischen Rüstzeugs, ohne jedes politische Programm, durchdrungen vom wütenden Haß gegen die sozialistischen Siege unserer Heimat, sind Trotzki, Sinowjew und Kamenew, die Führer des trotzkistischensinowjewistischen konterrevolutionären Blocks, endgültig in den weißgardistischen Sumpf versunken, haben sie sich mit den grimmigsten Feinden der Sowjetmacht zusammengeschlossen und verschmolzen, haben sie sich in die organisierende Kraft der Überreste der in der Ud SSR zertrümmerten Ausbeuterklasse verwandelt. In ihrer Verzweiflung und ihrem Haß haben sie im Kampf gegen die Sowjetregierung und die Führer der K Pd SU[new](B) zu dem niederträchtigsten Mittel gegriffen: zu politischen Morden. Anfänglich gaben sie angesichts der ersten Erfolge des Sozialismus in der Ud SSR die Hoffnung nicht auf, daß Schwierigkeiten auftauchen würden, mit denen die Sowjetregierung ihren Berechnungen nach nicht würde fertig werden können. Als sie dann aber sahen, daß diese Schwierigkeiten mit Erfolg überwunden werden und unser Land aus den Schwierigkeiten siegreich hervorgeht, setzten sie ganz offen auf eine Komplikation der internationalen Beziehungen, auf den Krieg und auf eine Niederlage der Sowjetmacht. Da sie keine für sie günstige Perspektive sehen, greifen sie zur Waffe, organisieren sie illegale terroristische Gruppen und wenden das niederträchtigste Kampfmittel an - den Terror. Gegenwärtig motivieren die trotzkistisch-sinowjewistischen Verschwörer ihren Kampf gegen die K Pd SU[new](B) und die Sowjetmacht bereits nicht mehr mit der angeblich unrichtigen Politik der Partei und der Sowjetregierung, nicht damit, daß die K Pd SU[new](B) und dieSowjetmacht das Land angeblich dem Untergang entgegenführen, wie sie früher verlogen und verleumderisch behaupteten. Das Hauptmotiv für die Anwendung von Terror sehen sie jetzt in den Erfolgen des Aufbaus des Sozialismus in der Ud SSR, in den Erfolgen bei dem kulturellen und wirtschaftlichen Aufstieg des Landes; diese Erfolge, die den ideologischen und politischen Bankrott der Trotzki-Sinowjewleute demonstrieren, steigern noch mehr ihre Wut gegen die Sowjetmacht und stärken sie in ihrem Bestreben, sich an der Sowjetmacht wegen des eigenen politischen Fiaskos durch Anwendung von Terror zu rächen" (18). Dieser erste der drei großen Prozesse, die in Moskau öffentlich durchgeführt wurden, ist also faktisch eine Art Neuaufnahme. Die Neuaufnahme eines Prozesses gegen Sinowjew, Kamenew und andere, der ein Jahr zuvor, 1935, stattgefunden hatte, wo die Mörder von S.M. Kirow angeklagt waren. Damals hatten Sinowjew und Kamenew gestanden, politisch und moralisch für die Ermordung Kirows Verantwortung zu tragen. Sie hatten aber abgestritten, an der Durchführung beteiligt oder ihre Planung vorbereitet zu haben. Deshalb waren sie zu Gefängnisstrafen verurteilt worden, als mitverantwortlich im juristischen Sinne. Jetzt aber hatte sich gezeigt, wurde durch Zeugen, Dokumente und Indizien völlig klar, daß ihr Geständnis vom Jahr vorher in Wirklichkeit eine Lüge gewesen war. Jetzt wurde klar, daß sie sowohl an der Planung des Mordes, an seiner Organisierung und Durchführung beteiligt gewesen waren, als auch im Jahre 1932 einen gemeinsamen Block mit Trotzki eingegangen waren, mitjenem Mann, den sie in jenen Jahren in der Öffentlichkeit selbst einen Volksfeind genannt hatten. Zwei der ehemaligen politischen Oppositionsgruppen hatten sich zusammengeschlossen gegen die Sowjetunion, gegen die Partei: einerseits die Trotzkisten, die seit Beginn der zwanziger Jahre in offener Gegnerschaft zur Partei standen (sie nannten die Industrialisierung des Landes unsinnig, da der Sozialismus in einem Lande nicht aufgebaut werden könne) und schließlich 1927 nachdem sie nach jahrelanger Diskussion immer noch nicht von ihrem Kurs gegen den Sozialismus in einem Land abgegangen waren und eine geheime Organisation geschaffen hatten - ausgeschlossen wurden, und andererseits die Sinowjew Ieute[new], die Mitte der zwanziger Jahre gegen die Partei intrigiert hatten (ausgerechnet in der Industriestadt Leningrad vertraten sie ein Programm des Kampfes gegen die Industrialisierung), aus der Partei ausgeschlossen und später, nachdem sie ihre Fehler zugegeben hatten, wiederaufgenommen wurden. Niemand hatte sie bestraft, solange sie eine politische Opposition betrieben hatten. Sicher: Sie waren kritisiert worden, sie waren bekämpft worden, sie waren von Posten abgesetzt und aus der Partei ausgeschlossen worden. Das war nur recht und billig. Mitte der zwanziger Jahre, als die Partei über 750 000 Mitglieder zählte, war die Partei unter Stalins Führung soweit gegangen, dreimal in Parteiwahlen das Programm der Oppositionellen gegen das Parteiprogramm zur Wahl zu stellen. 4000 Stimmen, fast ausschließlich von Hochschul- und Kulturorganisationen, war der höchste Anteil, den Trotzki für sein Programm erhielt. Vor Gericht kamen sie erst viele Jahre später, als zutage trat, daß sie sich keineswegs auf eine politische Opposition beschränkt hatten, sondern daß sie Blut an ihren Händen hatten. Sie wurden erst verurteilt zu einem Zeitpunkt, da niemand mehr auf sie hörte, außer den Resten der Ausbeuterklassen. Bei den Arbeitern und Bauern, die gesehen, gefühlt, erlebt hatten, daß die Politik der Partei unter Stalins Leitung ihnen ein immer besseres Leben sicherte, hatten diese Herrschaften schon längst jedes Ansehen, das sie einmal gehabt haben mochten, verloren. Das waren nicht Stalins Konkurrenten, wie die westliche Propaganda und die heutigen Machthaber der Ud SSR behaupten, wie es die zahlreichen "Zeugen" immer wiederkäuen, die heute hier aufgetischt werden: das waren heruntergekommene Expolitiker, die seit langem nur noch mit verbrecherischen Mitteln für ihre Ziele, die von den breitesten Massen des Volkes verachtet wurden, eintraten. In dem Prozeß vom August 1936 sagte der Angeklagte Kamenew unter anderem aus: "Die terroristische Verschwörung wurde von mir, Sinowjew und Trotzki organisiert und geleitet; ich war zu der Überzeugung gekommen, daß die Politik der Partei, die Politik ihrer Führung gesiegt hat, und zwar in dem einzigen Sinne, in dem ein politischer Sieg im Lande des Sozialismus möglich ist, nämlich daß diese Politik von den werktätigen Massen gutgeheißen worden ist. Unsere Hoffnung auf die Möglichkeit einer Spaltung in der Parteiführung war ebenfalls zunichte gemacht worden. Wir hatten auf die rechte Gruppe Rykows, Bucharins, Tomskis gerechnet. Die Entfernung dieser Gruppe von der Führung und ihre Diskreditierung vor den Werktätigen schlugen uns auch diesen Trumpf aus der Hand. Auf irgendwelche ernste innere Schwierigkeiten, die den Sturz der Führung zur Folge haben könnten, welche das Land durch die schwierigsten Etappen, durch die Industrialisierung und die Kollektivierung geleitet hatte, war nicht zu rechnen. Es blieben zwei Wege übrig: entweder den Kampf gegen die Partei ehrlich und vollständig einzustellen oder ihn fortzusetzen, aber schon ohne jede Hoffnung auf jede wie immer geartete Massenunterstützung, ohne politische Plattform, ohne Banner, das heißt mit Hilfe des individuellen Terrors, Wir haben den zweiten Weg gewählt" (19). Diese Aussage Kamenews ist typisch für das Verhalten nahezu aller Angeklagten in diesen Prozessen. Unter der Last der Beweise, unter dem Druck der Zeugenaussagen müssen sie gestehen und tun dies auch. Sie gestehen anscheinend alles, was der Ankläger fragt und wissen will. Aber, erinnern wir uns daran, daß ja zu Beginn dieses Prozesses bereits davon die Rede war, ein Jahr zuvor hätten Kamenew und Sinowjew und andere ebenfalls bereits den Eindruck voller Geständigkeit erweckt, der falsch und geheuchelt war, hatten sie doch ihre direkte Beteiligung am Morden abgestritten. Und bei dieser Aussage Kamenews ist es ebenso: Er spricht von der Gruppe der Rechten, auf die sie ihre Hoffnung gesetzt hätten. Er spricht davon, daß die Rechten in den Augen der Werktätigen diskreditiert worden seien, was Ihre, Sinowjews, Kamenews und Trotzkis, Hoffnungen zerschlagen habe. Er spricht kein Wort davon, was zwei Jahre später bewiesen werden sollte, im letzten der drei großen Prozesse von Moskau, was Bucharin und seine Leute 1938 dann gestanden: daß die Bucharin-Gruppe nach ihrer "Entfernung von der Führung" sich dem Block der Trotzkisten und Sinowjewleute anschloß, daß sie gemeinsam einen Block bildeten, den Block der Rechten und Trotzkisten. Das wird nicht gestanden, das wird nicht einmal angesprochen, das wird verschwiegen. Das war die Taktik der Verschwörer: retten, was zu retten ist. Und durchaus nicht alle Angeklagten waren geständig, überhaupt etwas getan zu haben. In diesem Prozeß vom August 1936 leugnete der Angeklagte Smirnow bis zuletzt, an der Arbeit des Terrorzentrums der Trotzkisten und Sinowjewisten teilgenommen zu haben. Selbst als andere Angeklagten übereinstimmend aussagten, er sei Mitglied dieses Blocks gewesen, betonte er, dies sei nur formal gewesen, obwohl er derjenige war, der Trotzkis Weisungen an den Block mündlich überbrachte. Die Tatsache, daß der Block der Sinowjewisten und Trotzkisten eine Art Koalition war, in die im Laufe der Zeit eben auch die Rechten um Bucharin sowie verschiedene nationalistische Gruppierungen aus den Randgebieten der Ud SSR eingetreten waren und Reste anderer Parteien aus der Zarenzeit, hatte auch dazu geführt, daß es neben dem vereinigten Zentrum von Sinowiewisten und Trotzkisten noch ein anderes, ein paralleles Terrorzentrum der Trotzkisten gegeben hatte, das vor allem in Moskau wirkte und von Pjatakow und anderen geleitet wurden. Der Prozeß gegen dieses zweite Zentrum, im Jahre 1937, führte durch Aussagen Pjatakows und Radeks auch dazu, daß eine Gruppe von Verschwörern in der Militärführung der Roten Armee aufgedeckt werden konnte, denen ebenfalls der Prozeß gemacht wurde. Aber der Kampf tobte weiter. Die Sabotage und Terrortätigkeit im Lande wurde fortgesetzt, und auch die Partei führte ihren Kampf weiter, mobilisierte die Massen der Arbeiter und Bauern. Im geheimen wurde sogar von den Terroristen nach diesem ersten großen Prozeß ein Militärputsch geplant. Der wurde verhindert durch die weiteren Prozesse. So kam es dann zum großen letzten Moskauer Prozeß im März 1938. Dieser Prozeß war der Abschluß des Kampfes, weil er das wahre Zentrum der Terrortätigkeit traf, weil er die führenden Köpfe des Blocks der Rechten und Trotzkisten (der so genannt wurde, weil dies die beiden Hauptströmungen waren, die sich da vereinigt hatten, die - gegenüber anderen Strömungen - die Führung inne hatten) vor die Schranken der sowjetischen Gesetzlichkeit zog. In der Anklageschrift hebt der Ankläger, A.J. Wyschinski, hervor: "Durch die Untersuchung wurde festgestellt, daß der ,Block der Rechten und Trotzkisten' in seinen Reihen die illegalen antisowjetischen Gruppen der Trotzkisten, der Rechten, der Sinowjewleute, der Menschewiki, der Sozialrevolutionäre, der bürgerlichen Nationalisten der Ukraine, Belorußlands, Georgiens, Armeniens, Aserbeidshans, der mittelasiatischen Republiken vereinigte, was nicht allein durch die Materialien der gegenwärtigen Untersuchung, sondern auch durch die Materialien der Gerichtsverhandlungen, die an verschiedenen Orten der Ud SSR stattgefunden haben, und im besonderen durch die Materialien der Gerichtsprozesse in Sachen der Gruppe der militärischen Verschwörer Tuchatschewski und anderer bestätigt wird, die vom Sondertribunal des Obersten Gerichtshofes der Ud SSR am 11. Juli 1937 verurteilt wurden, und in Sachen der Gruppe der georgischen bürgerlichen Nationalisten Mdiwani, Okudshawa u.a., die vom Obersten Gerichtshof der Georgischen Sozialistischen Sowjetrepublik am 9. Juli 1937 verurteilt wurden. Ohne jede Stütze innerhalb der Ud SSR setzten die Teilnehmer des Blocks der Rechten und Trotzkisten alle ihre Hoffnungen im Kampf gegen die in der Ud SSR bestehende sozialistische Gesellschafts- und Staatsordnung und für die Machtergreifung ausschließlich auf die bewaffnete Hilfe ausländischer Aggressoren, die den Verschwörern diese Hilfe unter der Bedingung der Zerstückelung der Ud SSR und der Lostrennung der Ukraine, des Fernöstlichen Küstengebiets, Belorußlands, der Mittelasiatischen Republiken, Georgiens, Armeniens und Aserbeidshans von der Ud SSR versprachen" (20). Es warjetzt klar, daß es sich nicht nur um Trotzkisten und Sinowjewisten und deren Handvoll Anhänger handelte. Es war vielmehr ein Block, in dem sich fast alle ehemaligen Führer antikommunistischer Parteien und Organisationen mit den ehemaligen Anführern der Opposition in der Partei vereinigt hatten. Es war jetzt klar, daß es sich nicht um Opposition, sondern um zentral geplanten, von diesen Leuten koordinierten Terror handelte, die ihre Tätigkeit nach den vorher genannten Prozessen noch fortsetzten. Es war jetzt klar, daß es sich um eine Konspiration auf hoher Ebene handelte. An ihr nahmen der ehemalige stellvertretende Finanzkommissar der Ud SSR, der ehemalige stellvertretende Außenkommissar der Ud SSR und der ehemalige stellvertretende Oberkommandierende der Roten Armee teil. An ihr nahmen auch Leute teil, die in den Anfangsjahren der Ud SSR wichtige Posten gehabt hatten. Nicht zuletzt nahm an ihr auch der Nachfolger des ermordeten Menschinski als Vorsitzender des Sicherheitsdienstes, Jagoda, teil. Und es war jetzt klar, daß dieser Verschwörung, diese Terrortätigkeit sich keineswegs auf die Ud SSR beschränkte, sondern daß Fäden in verschiedenste kapitalistische Länder liefen, nicht zuletzt auch nach Hitler-Deutschland. Es waren nicht nur Terroristen, sondern auch Spione aus den Feinden der Partei geworden. Von Feinden der Partei waren sie zu Feinden des Volkes, Mörder und Landesverräter geworden. Und selbst jetzt gab es keineswegs jene angeblichen supergeständigen Angeklagten, die in der westlichen Propaganda damals und in der ganzen Anti-Stalin-Propaganda heute stets genannt werden. Bucharin, einer der Oberführer des Blocks und sein wichtigstes Mitglied im Inland, erklärte, nachdem er gestanden hatte, am Block führend beteiligt gewesen zu sein: "Ich bestreite kategorisch die Beteiligung an der Ermordung Kirows, Menshinskis, Kuibyschews, Gorkis und Maxim Peschows. Kirow wurde nach den Aussagen Jagodas auf Grund eines Beschlusses des Blocks der Rechten und Trotzkisten ermordet. Ich habe das nicht gewußt"(21). So wanden und wanden sie sich, um selbst, wenn sie gestanden, ihre Untaten zu beschönigen,um mit dem Leben davonzukommen, in der Hoffnung, dann irgendwann ihre Terrortätigkeit fortsetzen zu können. Aber es traf sie die ganze Härte der sowjetischen Gesetze. Was nun die zahlreichen Einwände betrifft, der Verlauf der Prozesse sei erzwungen worden, die Angeklagten gefoltert oder ähnliche Behauptungen, wollen wir die Stimmen der damaligen Zeugen vernehmen. Hören wir zuerst Bucharin selbst: "Ich werde hier von mir selbst sprechen, von den Ursachen meiner Reue. Natürlich muß man sagen, daß auch die Beweisstücke eine sehr große Rolle spielen. Ich habe ungefähr drei Monate geleugnet. Dann begann ich Aussagen zu machen." "Oft erklärt man die Reue mit verschiedenen vollständig unsinnigen Sachen, wie etwa mit tibetanischen Pulvern usw. Von mir will ich sagen, daß ich im Gefängnis, in dem ich etwa ein Jahr gesessen habe, arbeitete, studierte, den Kopf bewahrte." "Man spricht auch von Hypnose. Aber ich habe vor Gericht, auf dem Prozeß auch juristisch meine Verteidigung geführt, habe mich an Ort und Stelle orientiert, mit dem staatlichen Ankläger polemisiert, und jeder auch nicht besonders in den entsprechenden Zweigen der Medizin erfahrene Mensch wird zugeben müssen, daß es eine solche Hypnose überhaupt nicht geben kann" (22). Aber jene Prozesse fanden ja vor der Weltöffentlichkeit statt, so daß zahlreiche Personen die Möglichkeit hatten, sie zu verfolgen. Damals gaben auch westliche Journalisten, Diplomaten und Schriftsteller, Juristen und andere Fachleute ein einmütiges Urteil über die Prozesse ab, das darauf hinauslief, einzugestehen, daß dies normale Prozesse waren, entsprechend den Normen eines Rechtsstaates und der sozialistischen Gesetze der Ud SSR durchgeführt. Am 18. Februar 1937 schreibt der amerikanische Botschafter in Moskau, Joseph Davies, an Senator James Byrnes einen Brief, in dem es unter anderem heißt: "Die Auffassung überwiegt, daß, wenn man auf Grund der Verhandlungen objektiv abwägt, die Regierung die Berechtigung ihrer Anklage wenigstens so weit erwiesen hat, daß am Bestehen einer Verschwörung gegen die jetzige Regierung nicht gezweifelt werden kann" (23). Derselbe Davies schreibt über ein Jahr später, am 8. März 1938 über den Bucharin-Prozeß an seine Tochter: "Alle Grundübel und -schwächen der menschlichen Natur zeigen sich in diesem Verfahren. Es enthüllt den Umriss eines Komplotts, das mit seinem Zwecke, den Sturz der jetzigen Regierung zu bewerkstelligen, beinahe Erfolg gehabt hätte. Die diesmaligen Aussagen erklären, was wir im letzten Sommer nicht verstehen konnten und was damals vorging. ( ... ) Die höchst merkwürdigen Aussagen Krestinkys, Bucharins und der übrigen sind geeignet einen glauben zu lassen, daß die Befürchtungen des Kreml gerechtfertigt waren. Denn es hat sich jetzt herausgestellt, daß Anfang November 1936 eine Verschwörung zur Herbeiführung eines Staatsstreichs bestand ( ... ) " (24). Der amerikanische Korrespondent Walter Duranty schreibt in seinem Buch "The Kremlin and the people": "Es war tatsächlich der letzte aller Prozesse, weil diesmal völlige Klarheit herrschte; die Staatsanwaltschaft hatte genügend Tatsachenmaterial gesammelt, sie kannte ihre Feinde im Inneren und im Ausland. Die anfänglichen Zweifel und Bedenken waren zerstreut, weil die aufeinanderfolgenden Prozesse, vor allem wohl der gegen die Generale, das zur Zeit der Ermordung Kirows noch höchst nebelhafte und unvollständige Bild allmählich ergänzt hatten ( ... )" (25). Und auch von ausgesprochenen Feinden der Sowjetmacht bestehen Zeugnisse, die, wenn auch unfreiwillig, die Richtigkeit dieser Prozesse bestätigen. "Dafür, daß die bürgerlichen Intellektuellen, die in den großen öffentlichen Prozessen der 30er Jahre u.a. wegen Terrorismus angeklagt und verurteilt wurden, in der Tat schuldig waren, soll ein weiterer Beweis erbracht werden. Er ist von dem Schweizer Jules Humbert-Droz vorgebracht worden, der in den 20er und 30er Jahren einer der drei Kominternsekretäre war, jedoch 1943 Sozialdemokrat und Sekretär der französischsprachigen Sektion der schweizerischen Sozialdemokratie wurde. In seinen umfangreichen Memoiren gibt er zu, daß er einige Jahre mit Bucharin zusammen gegen Stalin eine Fraktion gebildet habe. Als er im Auftrag der Komintern 1929 von Moskau nach Südamerika reisen sollte, besuchte er Bucharin in dessen Kremlwohnung. ,Wir hatten ein langes und offenherziges Gespräch, in welchem er (Bucharin) mir von den Kontakten erzählte, die seine Gruppe mit der Fraktion Sinowjew-Kamenew aufgenommen hatte, um den Kampf gegen Stalins Macht zu koordinieren. Ich verbarg nicht vor ihm, daß ich diese Verbindung zwischen den Oppositionsgruppen nicht billigte. - Bucharin teilte mir ebenfalls mit, daß sie beschlossen hätten, sich des individuellen Terrors zu bedienen, um Stalin loszuwerden. An diesem Punkt machte ich ebenfalls deutliche Einwendungen geltend. Im 3. Band der Memoiren berichtet Humbert-Droz, daß er etlichen Prozessen beigewohnt habe, jedoch nicht bei jenem anwesend war, in dem Bucharin vor Gericht stand. Er sagt, er sei in sämtlichen Fällen von der Schuld der Angeklagten vollkommen überzeugt außer in Bucharins, obwohl jener vor Gericht ein sehr umfangreiches Geständnis abgelegt hat. Dem will Humbert Droz[new] keinen Glauben schenken. Er glaubt eher an den Brief, den Bucharin geschrieben und aus dem Gefängnis nach der Verurteilung herausgeschmuggelt haben soll, um die Welt zu überzeugen, daß er während des Prozesses gestanden und damit ein falsches Zeugnis gegen sich selbst abgelegt habe. Was jedoch Humbert-Droz glaubt, daran braucht man sich keinesfalls zu halten. Es wiegt gar nichts im Verhältnis zu dem Beweis, den er selber erbracht hat, daß nämlich Bucharin an einem Beschluß mitgewirkt hat, im Kampf gegen Stalins Macht' individuellen Terror anzuwenden. Außerdem sagt es auch eine Menge über Humbert-Droz, wenn er, der doch all diese Jahre der Komintern angehörte, beharrlich darüber schwieg, was ihm Bucharin anvertraut hatte" ( ... ). Der US-Botschafter Davies in einem Brief über ein Gespräch mit anderen ausländischen Diplomaten über die Prozesse: "Ich sprach mit vielen, wenn auch nicht sämtlichen Mitgliedern des hiesigen diplomatischen Korps; sie sind - vielleicht mit einer einzigen Ausnahme - übereinstimmend der Ansicht, daß die Verhandlung das Bestehen eines politischen Komplotts und einer staatsfeindlichen Verschwörung klar erwiesen hat" (27). J. Davies faßt schließlich im November 1937 in einem Bericht an seinen Staatssekretär auch den Umfang der ganzen Säuberungsaktionen und Prozesse zusammen: "Zwar sind keine genauen Zahlenangaben über die Vorgänge erhältlich, aber die kompetentesten Beobachter sind der Meinung, daß die Zahl der seit dem Beginn der gegenwärtigen Säuberungsaktionen hingerichteten Parteifunktionäre und Regierungsbeamte in die Tausende und die der Verhaftungen in die Zehntausende läuft" (28). Somit widerlegt er, wie die schon genannten Zahlen aus Leningrad, die Mär der millionenfachen Verfolgung. Es war, ohne Zweifel, ein harter Kampf, ein blutiges Geschehen. Es ging aber darum, ob die Sowjetunion ein sozialistisches Land bleiben sollte oder ob der Kapitalismus, die Ausbeutung, die Herrschaft der Reichen, das Volk wieder unters Joch zwingen würden. Es ging in der Vorbereitung auf die wachsende Kriegsgefahr darum, das Land vor den Kollaborateuren des Faschismus zu retten. Botschafter Davies bemerkt dazu: "Als ich auf der Durchreise nach Hause, nach der Teilnahme an den Juni-Feierlichkeiten zur Erteilung der akademischen Grade an meiner alten Universität, durch Chicago kam, wurde ich gefragt, ob ich bereit wäre, vor dem Oniversitätsklub in Verbindung mit Gesellschaften von Wisconsin zu sprechen. Es war genau drei Tage nach Hitlers Einfall in Rußland. Jemand von den Zuhörern fragte: Wie steht es denn mit der fünften Kolonne in Rußland?'Ohne Bedenken antwortete ich: Gibt es nicht. Alle erschossen.' Heute hing ich im Zug diesem Gedanken nach. Wenn man sich die Mühe gab, darüber nachzusinnen, mußte es recht merkwürdig erscheinen, daß bei dieser jüngsten Invasion der Nazis nicht ein Wort von der ,Arbeit im Innern' hinter den russischen Linien verlautet hatte. Es gab keinen sogenannten inneren Angriff in Rußland im Kontakt mit dem deutschen Oberbefehl. Der Einmarsch in Prag 1939 vollzog sich unter aktiver militärischer Teilnahme durch die Organisation Henleins in der Tschechoslowakei. Dasselbe traf beim Einfall in Norwegen zu. Im heutigen Bilde der Sowjetunion fehlen die Sudeten Henleins, die slovakischen Tisos, die belgischen Degrelles und die norwegischen Quislinge" (29). Wie aber war nun die Reaktion der Arbeiter und Bauern? Waren sie - wie einige Teile der Intelligenz, nämlich jene, die mit dem Block sympathisiert hatten ebenfalls in Angst versetzt? Die Tatsachen sprechen entschieden dagegen. Die Öffentlichkeit der Prozesse diente auch der politischen Mobilisierung der Arbeiter und Bauern. Ihnen sollte ganz drastisch vor Augen geführt werden, was passiert, wenn sie ihre Aufmerksamkeit vernachlässigten, wenn sie sich nicht um die Verteidigung ihres Systems bemühten. So fanden während der Prozesse Zehntausende von Betriebsversammlungen statt, in jedem mittleren, größeren und Großbetrieb mehrere, auf denen die Prozesse, ihr Verlauf, ihre Geschichte und Vorgeschichte' die Handlungen der Terroristen diskutiert wurden - und natürlich auch die Arbeit der betreffenden Parteiorganisationen des Betriebs und Gebiets, wo die Versammlung war. Besonders ausführlich wurde natürlich in den mehreren tausend Industriebetrieben diskutiert, in denen die Schädlingsarbeit ihre Auswirkungen gehabt hatte. Auch in den Kollektivwirtschaften auf dem Lande wurden zahllose Versammlungen und Kundgebungen abgehalten, auf denen dieses Thema anstand. Ebenso gab es in Universitäten, Instituten und Ämtern entsprechende Treffen. Kaum jemand spricht von den Massendemonstrationen, die stattfanden, auf denen die Verurteilung der Angeklagten gefordert wurde. Kaum jemand erwähnt Zehntausende von Resolutionen, die an die Partei- und Staatsführung gesandt wurden, die die Verurteilung der Angeklagten forderten und die Partei aufforderten, ihre Arbeit zu verbessern. Wenn die Angeklagten selbst immer wieder zugeben mußten, daß sie in den Augen der Werktätigen diskreditiert waren, was auch diese angeführten Tatsachen bestätigen, so hat das seinen Grund darin, daß die Arbeiter und Bauern es selbst erlebt hatten, daß der Sozialismus in ihrem Lande sehr wohl möglich war, daß er nicht nur möglich war, sondern schon existierte, daß er nicht nur existierte, sondern ihnen auch ein unvergleichlich viel besseres Leben sicherte, als sie früher gehabt hatten. Noch während die Prozesse stattfanden, nahm ein anderes Ereignis, das unvergleichlich wichtiger war als die Abrechnung mit den Feinden des Sowjetvolkes, die Aufmerksamkeit der Werktätigen wesentlich mehr in Anspruch. Das war die neue Verfassung der Ud SSR von 1936, die das Volk die "Stalinsche Verfassung" nannte. Die ersten Wahlen zum Obersten Sowjet, die entsprechend der neuen Verfassung stattfanden, am 12. Dezember 1937, brachten dem erstmals und auf Stalins Vorschlag hin kandidierenden Block der Kommunisten und Parteilosen 89,8 Millionen Stimmen[new]. 3 Millionen enthielten sich der Stimme, 0,6 Millionen stimmten gegen den Block. Diese einmütige Bestätigung für die Politik des Sowjetstaates liegt darin begründet, daß die neue Verfassung eine wirkliche Verfassung eines Arbeiterstaates, eines Arbeiter- und Bauernstaates war, die sehr genau die Rechte der Werktätigen kennzeichnete. Unter vielem anderen nennt die Verfassung der Union der SSR im Artikel 118: ,Die Bürger der Ud SSR haben das Recht auf Arbeit, das heißt das Recht auf garantierte Beschäftigung mit Entlohnung ihrer Arbeit nach Quantität und Qualität.' Keine einzige Verfassung eines kapitalistischen Staates garantiert den Werktätigen ein derartiges Recht und kann es auch nicht garantieren, denn dort ist die Wirtschaft auf dem kapitalistischen Eigentum begründet, was die Anarchie der Produktion hervorruft; dort bestimmen nicht die Arbeiter, sondern die Kapitalisten über die Produktion und über die gesellschaftliche Arbeit; dort befindet sich das Recht, Arbeit zu geben oder nicht zu geben, in den Händen der Privateigentümer der Produktionsmittel; dort gibt es kein Recht auf Arbeit und kann es auch keines geben, dort herrscht das Recht auf fremde Arbeit" (30). Und weiter: "Der Artikel 119 der Verfassung der Union der SSR lautet: Die Bürger haben das Recht auf Erholung. Das Recht auf Erholung wird gewährleistet durch die Festsetzung des achtstündigen Arbeitstages für Arbeiter und Angestellte und die Verkürzung des Arbeitstages auf 7 und 6 Stunden für eine Reihe von Berufen mit schweren Arbeitsbedingungen und auf 4 Stunden in Betriebs abteilungen mit besonders schweren Arbeitsbedingungen, durch Festsetzung eines vollbezahlten alljährlichen Urlaubs für die Arbeiter und Angestellten und durch das in den Dienst der Werktätigen gestellte umfassende Netz von Sanatorien, Erholungsheimen und Klubs.' Es war stets Gegenstand unermüdlicher Fürsorge der Sowjetmacht und der bolschewistischen Partei, die günstigsten Bedingungen für die Erholung der Werktätigen zu schaffen. In den Jahren der Sowjetmacht wurden im Lande Tausende von Sanatorlen und Erholungsheimen gebaut, in denen alljährlich mehrere Millionen Menschen sich erholen und Heilung finden. Selbst in der Kriegszeit erhielten Hunderttausende von Werktätigen die Möglichkeit, sich in den Sanatorien und Erholungsheimen zu erholen und zu genesen. Kurz vor dem Großen Vaterländischen Krieg bestanden in unserem Lande über 3000Sanatorien und Erholungsheime" (31). Und weiter, über das Recht auf Bildung: ,In der Verfassung der Union der SSR wird das Recht aller Bürger der Ud SSR auf Bildung verkündet und verankert. Dies Recht wird gewährleistet durch die allgemeine Grundschulpflicht, durch die Unentgeltlichkeit des siebenjährigen Lehrgangs, durch das System staatlicher Stipendien für Hochschüler, die gute Noten aufzuweisen haben, durch Erteilung des Schulunterrichts in der Muttersprache, durch Organisierung unentgeltlicher Produktions-, technischer und agronomischer Schulung der Werktätigen in den Betrieben, den Sowjetwirtschaften, den Maschinen-und-Traktoren-Stationen und den Kollektivwirtschaften.' In den Jahren der Sowjetmacht wurden in unserem Lande gewaltige Erfolge auf dem Gebiete der Volksbildung erzielt. Während im zaristischen Rußland nur 33 Prozent der gesamten Bevölkerung lesen ' und schreiben konnten, waren es in unserem Lande im Jahre 1939 81,2 Prozent. Die Stalinsche Verfassung hat jedem Bürger der Ud SSR das Recht auf unentgeltliche Ausbildung in den Grund- und Mittelschulen gesichert. Nur ein geringer Teil der Unkosten wird von den Lernenden in den Klassen 8 bis 10 getragen. In den Schulen für Betriebs- und Werkausbildung, in den Gewerbe- und Eisenbahnschulen wird nicht nur der Unterricht unentgeltlich durchgeführt, sondern der Unterhalt der Lernenden selbst vom Staate getragen. Die Zahl der Lernenden wächst in unserem Lande von Jahr zu Jahr. Am Ende des Jahres 1949 wurden allein die Grund-, Siebenjahres- und Mittelschulen, die Technikerschulen und andere Speziallehranstalten von mehr als 36 Millionen Menschen besucht. Nach Angaben aus dem Jahre 1948 gab es in den Mittelschulen, Teilmittelschulen und in den Grundschulen des Landes 1250 000 Lehrer. Dabei ist zu erwähnen, daß sich im Schuljahr 1914/15 die Zahl der Lernenden in den allgemeinbildenden Grundschulen, Teilmittelschulen und Mittelschulen auf 7,9 Millionen belief, die von 231000 Lehrern ausgebildet-Wurden. Welch gewaltige Veränderung erfolgte in den Jahren der Sowjetmacht auf dem Gebiete der Volksbildungl Da den Bürgern der Ud SSR das Recht auf Bildung garantiert ist, wächst in unserem Lande ständig die Zahl der Personen, die mittlere und höhere Schulbildung besitzen, steigt das allgemeine Bildungsniveau der Bevölkerung Im Jahre 1939 besaßen in der Sowjetunion 13 178 522 Personen Mittelschulbildung (davon 7 179 492 Männer und 5 999 030 Frauen). Der größte Teil von ihnen erhielt die Mittelschulbildung während der Sowjetmacht. Nach Angaben aus dem Jahre 1939 kamen somit auf 1000 Einwohner der Ud SSR 78 mit Mittelschulbildung. Bürger mit abgeschlossener Hochschulbildung gab es in der Sowjetunion im Jahre 1939 1080 097, davon 293253 Personen im Alter bis zu 29 Jahren und 459598 Personen im Alter von 30 bis 39Jahren. Das bedeutet, daß die überwältigende Mehrheit der Personen mit höherer Bildung sowjetische Hochschulen absolviert hat. Hochschulen gibt es in allen Unionsrepubliken, so daß die Bürger aller Nationalitäten unseres Landes die Möglichkeit haben, Hochschulbildung zu erhalten. Vor der Revolution gab es in Rußland 91 Hochschulen. An ihnen studierten 112000 Studenten. Heute dagegen bestehen in der Ud SSR 864 Hochschulen, an denen 1128000 Studenten (einschließlich der Teilnehmer am Fernstudium) studieren. Zur Zeit studieren an den Hochschulen unseres Landes 316000Menschen mehr als im Vorkriegsjahr 1940. Außerdem lernen in den Technikerschulen und anderen mittleren Speziallehranstalten der Sowjetunion, einschließlich der Fernschüler, 1308000 Menschen. Das sind 333000 Menschen mehr als vor dem Kriege. m Sowjetland ist das Recht der Werktätigen auf Bildung wahrhaft verwirklicht. Anders ist die Lage in den kapitalistischen Ländern. Selbst in einem Lande wie den USA gibt es unter der erwachsenen Bevölkerung 20 Millionen Analphabeten, und über 6 Millionen Kinder haben keine Möglichkeit, die Schule zu besuchen. In den USA werden für die Volksbildung nur unbedeutende Mittel bewilligt. So wurden zum Beispiel im Jahre 1949 für Kriegszwecke 72mal soviel Mittel bewilligt wie für Bildungszwecke" (32). "Die politischen Freiheiten der Bürger der Ud SSR: Die Stalinsche Verfassung garantiert den Sowjetbürgern große demokratische Rechte und Freiheiten - die Redefreiheit, die Pressefreiheit, die Versammlungs- und Kundgebungsfreiheit, das Recht der Werktätigen der Ud SSR, sich in gesellschaftlichen Organisationen zu vereinigen, das Recht aller Bürger der Ud SSR auf aktive Teilnahme am gesellschaftlichen und staatlichen Leben - und führt das freieste und demokratischste Wahlsystem ein. Die politischen Freiheiten werden dadurch gewährleistet, daß den Werktätigen und ihren Organisationen alle zur Verwirklichung dieser Freiheiten notwendigen materiellen Bedingungen zur Verfügung gestellt werden. So gehören zum Beispiel die Druckereien in unserem Lande nicht einzelnen Personen, sondern allen Werktätigen und ihren Organisationen. Die Papiervorräte werden nicht von irgendwelchen kleinen Gruppen von Personen, sondern vom Staat verwaltet, der diese Vorräte den gesellschaftlichen Organisationen der Werktätigen zur Verfügung stellt. Die Gebäude, in denen man Versammlungen und Kundgebungen durchführen kann, das Rundfunk-, Post- und Fernmeldewesen, all das ist im Sowjetlande gesellschaftliches Eigentum und kann nicht gegen das Volk verwandt werden, da es sich in den Händen der Werktätigen selbst befindet. Die Werktätigen der Ud SSR können ungehindert Demonstrationen in den Straßen der Städte, Kundgebungen in öffentlichen Gebäuden, auf Plätzen usw. veranstalten. An den Tagen der Volksfeiern kommen Millionen von Sowjetmenschen auf die Straßen und Plätze der Städte und Ortschaften, um frei ihren Gedanken und Gefühlen Ausdruck zu geben. In den bürgerlichen Ländern ist es nur einem kleinen, besitzenden Teil der Bevölkerung möglich, die politischen Freiheiten in vollem Maße auszunützen. Bestrebt, ihre eigene Herrschaft zu festigen, hindern die Kapitalisten die Werktätigen mit allen Mitteln daran, von den in den bürgerlichen Verfassungen verkündeten Freiheiten Gebrauch zu machen. Diesem Zwecke dienen der gesamte Staatsapparat der kapitalistischen Länder, die Armee der verschiedensten Beamten und die Polizei. Sie sind berufen, die Herrschaft der Ausbeuter über die Volksmassen zu beschützen. In den kapitalistischen Ländern gehören die Druckereien, das Papier, die öffentlichen Gebäude, der Rundfunk, das Post- und Fernmeldewesen privaten Eigentümern, den Ausbeutern. In ihrer überwiegenden Klehrheit sind die in den bürgerlichen Ländern erscheinenden Zeitungen Privateigentum und veröffentlichen nur solches Material, das für ihre Herren und hohen' Gönner, die die Zeitungen durch Zuschüsse oder durch Veröffentlichung von Reklameanzeigen usw. unterstützen, vorteilhaft ist. So gehören zum Beispiel in den USA 20Zeitungen, 9Zeitschriften, eine Nachrichtenagentur und ein Pressesyndikat dem reaktionären Zeitungstrust Hearst. In den Händen einer anderen großen Vereinigung, des Scripps-Howard-Trustes, sind 19 Zeitungen konzentriert. Alle amerikanischen Zeitungen und Zeitschriften gehören den Kapitalisten. Unter solchen Bedingungen kann von einer Freiheit des gedruckten Wortes für die Werktätigen nicht die Rede sein. Der Herausgeber der amerikanischen Zeitung Wall Street Journal erklärt offen: ,Die Zeitung ist ein privates Unternehmen, das keinerlei Pflichten dem Publikum gegenüber hat, das seinerseits den Zeitungen keinerlei Vorrechte einräumt. Deshalb spielen die gesellschaftlichen Interessen für die Zeitung gar keine Rolle. Sie ist nur das private Eigentum ihres Herrn, der die fertige Ware auf eigene Rechnung und Gefahr verkauft.' Es ist natürlich schwer, auch nur ein einziges wahres Wort von einer solchen Zeitung zu erwarten, die mit dem gedruckten Wort wie mit beliebiger Ware handelt. Es ist klar, daß unter Bedingungen, unter denen die Ausbeuter über sämtliche materiellen Mittel, über Räumlichkeiten, Druckereien, Zeitungen und Papier verfügen und sich auf das auf ihrer Seite stehende Gesetz und auf eine ihre Interessen vertretende Regierung stützen, während für die werktätigen Massen direkt entgegengesetzte Bedingungen bestehen, von einer Gleichberechtigung der Bürger beim Genuß der politischen Freiheiten keine Rede sein kann. Eine andere Lage herrscht in unserem Lande. In der Sowjetunion dient die Presse den Interessen des Volkes. In fast allen Bezirken des Landes, in allen Sprachen der Völker der Ud SSR werden Zeitungen herausgegeben. Im ganzen Lande erscheinen über 7200 Zeitungen mit einer Gesamtauflage von mehr als 31 Millionen Exemplaren, sowie Hunderte von Zeitschriften und Sammelwerken. In der Ud SSR kann es keine Zeitung oder Zeitschrift geben, die einer Privatperson gehört und volksfeindliche Interessen vertritt. In unserem Lande ist die Presse eine mächtige Waffe in den Händen der Werktätigen, denn sie bringt die Interessen der Arbeiter, der Bauern und der Intelligenz der Sowjetunion zum Ausdruck und verteidigt sie. In unserem Sowjetland, im Land der sozialistischen Demokratie, machen alle Bürger der Ud SSR von den politischen Freiheiten Gebrauch. Im sozialistischen Sowjetstaat werden die politischen Freiheiten durch die Verfassung, das Grundgesetz des Landes, durch die gesamte gesellschaftliche und wirtschaftliche Ordnung garantiert. Das ist eine der größten Errungenschaften der Sowjetmacht, einer der besten Beweise des sowjetischen Demokratismus. Die Stalinsche Verfassung garantiert den Sowjetbürgern die Unverletzlichkeit der Person, die Unverletzlichkeit der Wohnung und das Briefgeheimnis. In der Verfassung der Union der SSR wird allen Bürgern die Freiheit der Ausübung religiöser Kulthandlungen sowie die Freiheit antireligiöser Propaganda zuerkannt, Bereits am 5. Februar 1918 gab die Sowjetmacht ein Dekret heraus, in dem die Freiheit des Gewissens verkündet wurde: ,Jeder Bürger kann sich zu einer beliebigen Religion bekennen oder auch ohne jedes Religionsbekenntnis sein.' In diesem Dekret wurde ferner die Trennung der Kirche vom Staat und die Trennung der Schule von der Kirche bestimmt. Das bedeutete, daß die Kirche nicht mehr vom Staat unterstützt wurde. Die Erteilung von Religionsunterricht in den Schulen wurde verboten. Die Geburts- und Eheschließungs- und Sterbeurkunden werden in der Ud SSR von den Organen der Staatsgewalt, den Sowjets, ausgestellt. Gleichzeitig sichert das Dekret allen, die es wünschen, die freie Ausübung religiöser Kulthandlungen zu. Eins der wichtigsten Rechte der Sowjetbürger ist das Wahlrecht, das Recht auf die Teilnahme am politischen Leben des Landes. Das sowjetische Wahlsystern ist demokratisch im wahren Sinne des Wortes. Das Recht, Deputierte in die Organe der Staatsgewalt zu wählen, haben im Sowjetlande alle Bürger, die das Alter von 18Jahren erreicht haben, unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Rasse, Glaubenszugehörigkeit. Bildungsgrad, Ansässigkeit, sozialer Herkunft, Vermögenslage und frühere Tätigkeit. Das Prinzip des allgemeinen Wahlrechts wird in unserem Lande konsequent bis zum letzten verwirklicht. Die Wahlen zu den Sowjets der Deputierten der Werktätigen werden in der Ud SSR auf der Grundlage des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts in geheimer Abstimmung vorgenommen. Im Sowjetlande sind die Wahlen wahrhaft frei, wahrhaft allgemein und wahrhaft demokratisch. Diese Tatsache unterstreichend, führte Genosse Stalin an: ,Zu solchen freien und wirklich demokratischen Wahlen konnte es nur kommen auf dem Boden des Sieges der sozialistischen Ordnung, nur auf der Grundlage der Tatsache, daß der Sozialismus bei uns nicht einfach aufgebaut wird, sondern bereits in das Dasein, in den Alltag des Volkes eingegangen ist.' In den kapitalistischen Ländern existiert kein allgemeines Wahlrecht. Dort wird ein bedeutender Teil der Bevölkerung zur Teilnahme an den Wahlen nicht zugelassen, oder er kann nicht aktiv an ihnen teilnehmen. An den Wahlen zum englischen Parlament im Jahre 1945 konnten über 8 Millionen, das heißt 25 Prozent der Wähler nicht teilnehmen. Bei den letzten Kongreßwahlen in den USA nahmen nur zwei Fünftel, das heißt weniger als die Hälfte aller Wähler teil. Dazu kommt es, weil auf die werktätigen Wähler alle möglichen Einschränkungen und Vorbehalte in Form eines Zensus verschiedenster Art angewandt werden: eines Vermögens-, Bildungs-, Rassen-, Nationalitäten-, Ansässigkeits-, Alterszensus usw. In den USA haben zum Beispiel in einer Reihe von Staaten, die Neger kein Wahlrecht. Im Staate Louisiana dürfen Neger an den Wahlen nur dann teilnehmen, wenn sie nicht nur englisch sprechen, sondern auch lesen und schreiben können. Außerdem heißt es in der Verfassung dieses Staates, daß die Neger zur Teilnahme an den Wahlen berechtigt sind, wenn sie einen guten Charakter' besitzen und nach dem Lesen eines beliebigen Artikels der Verfassung eine vernünftige Erklärung' desselben geben können. In 29Staaten dieses Landes haben die Soldaten und Matrosen kein Wahlrecht. In sieben Staaten dürfen die Wähler nur dann an den Wahlen teilnehmen, wenn sie in der Lage sind, eine besondere Steuer zu entrichten. In 19 Staaten sind Analphabeten und Halbanalphabeten vom Wahlrecht ausgeschlossen. Durch die vielseitigen Einschränkungen haben in den USA fast 20 Millionen Bürger, einfache Menschen, in Wirklichkeit kein Wahlrecht, obwohl die Verfassung der USA die Gleichheit aller Bürger dieses Landes verkündet. In England haben die Armen, die Personen, die sich in den sogenannten Armenhäusern befinden, kein Wahlrecht. In einer Reihe bürgerlicher Länder haben die Frauen, die die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, kein Wahlrecht. In der Schweiz, in Belgien, Griechenland, Argentinien, Ägypten, Venezuela, Mexiko und in anderen Ländern sind die Frauen nicht wahlberechtigt. In England dürfen sie erst seit 1928 und in Frankreich seit 1928 wählen. Im Wahlgesetz Kolumbiens heißt es: Frauen und Alkoholiker sind vom Wahlrecht ausgeschlossen. Ebenso dürfen in Portugal verheiratete Frauen nicht wählen" (33). Wir haben diese Schrift aus den Jahren nach dem Kriege deshalb so ausführlich abgedruckt, weit sie zeigt, wie bereits im Jahre 1939 das Leben der Sowjetmenschen sich verbessert hatte gegenüber den Jahren vor der Revolution, aber auch wie sehr es schon besser war als selbst nach der Revolution, vor der Industrialisierung und Kollektivierung des Landes, zwei Ereignisse, die untrennbar mit Stalins Namen verknüpft sind. Die Werktätigen der SU hatten damals Rechte und Möglichkeiten, von denen die Arbeiter anderer Länder nur träumen konnten. Die Passage zeigt auch, selbst in den kurzen Auszügen, daß diese Entwicklung selbst durch den mörderischen Überfall der deutschen Faschisten kaum aufgehalten werden konnte, was ein eindeutiger Beweis für die unglaubliche Stärke des Sowjetsystems ist und bleibt, eine Stärke, die nur daher kommen konnte, daß die Massen unerschütterlich fest hinter dem System standen: beim Kampf gegen die Feinde im eigenen Land in den Jahren 1935 bis 1938, beim Kampf gegen die barbarische Hitler-Aggression in den Jahren 1941 bis 1945 und auch beim Wiederaufbau danach. Angesichts dieser Tatsachen braucht es einen nicht zu wundern, wenn die Arbeiter und Bauern der Sowjetunion die Verurteilung jener, die sie wieder zum Kapitalismus verdammen wollten, nicht nur begrüßten, sondern sogar forderten. Angesichts dieser Tatsachen wird auch deutlich, was es mit dem immer wieder genannten "Klima der Angst' auf sich hatte, das in jenen Jahren geherrscht haben soll. Bei den Arbeitern und Bauern war jedenfalls keine Spur davon zu entdecken. Angst herrschte bei jenen, die heute als Zeugen gegen Stalin aufgefahren werden und die deshalb Angst hatten, weil sie nicht nur Gegner der Ud SSR waren, sondern Feinde. Was die von manchen vorgebrachten Argumente betrifft, es habe aber Fehler bei den Säuberungen gegeben, so sei dazu gesagt: nicht, was die großen Prozesse betrifft, nicht, was die Zerschlagung des "Blocks der Rechten und Trotzkisten" betrifft. Die Zerschlagung dieses Blocks war ein Sieg des Sozialismus, der dazu führte, daß der innere Aufbau des Landes und seine Stärkung ohne Sabotage, ohne Gegenwehr organisiert werden konnte. Wenn es Fehler gab, so waren diese dort zu suchen, wo zu schnell Menschen aus der Partei ausgeschlossen wurden oder beim Umtausch der Parteibücher ihr Buch zu Unrecht nicht wiederbekommen hatten. Und diese Fehler bemühte sich die Partei unter Stalins Führung so schnell als möglich zu korrigieren. Auf dem 18. Parteitag der K Pd SU[new](B) im März 1939 wird das nochmals gezeigt. "Dank allen diesen Maßnahmen erreichte es die Partei, daß sie ihre Reihen von zufälligen, passiven, karrieristischen und direkt feindlichen Elementen säuberte und gleichzeitig eine Auslese der standhaftesten und ergebensten Menschen vollzog. Es läßt sich nicht behaupten, daß die Reinigung ohne ernsthafte Fehler durchgeführt wurde. Leider wurden mehr Fehler begangen als anzunehmen war. Es unterliegt keinem Zweifel, daß wir die Methode der Reinigung im Massenmaßstab nicht mehr anzuwenden brauchen. Doch war die Reinigung in den Jahren 1933-1936 unumgänglich und zeitigte im wesentlichen positive Ergebnisse. Auf dem gegenwärtigen, dem 18. Parteitag, sind ungefähr 1600000 Parteimitglieder vertreten, das heißt um 270 000 Parteimitglieder weniger als auf dem 17. Parteitag. Daran ist jedoch nichts Schlimmes" (34). Nichts Schlimmes daran, weil die Partei für die Prüfungen, die bald auf das ganze Land zukommen würden, jetzt besser denn je gerüstet war. So wurde auf dem Parteitag auch das Statut der Partei entsprechend geändert und diese Periode des Kampfes abgeschlossen. Wir meinen, wie alle Kommunisten von jeher, daß diese Prozesse nicht nur von den Kommunisten verteidigt werden müssen. Wir meinen, daß es so sein muß,wie es damals in den dreißiger Jahren auch war, daß auch jene Demokraten, die gegen die Kommunisten Einwände haben, diese Prozesse verteidigen müssen. Sie waren nicht terroristisch, sondern beseitigten den Terror, sicherten dem Land Sicherheit und kontinuierlichen Aufbau - das war ihr Ergebnis. Deshalb werden sie so sehr verleumdet. Wir drucken im folgenden ein Gespräch ab, das J.W. Stalin am 23. 7.1934 mit dem englischen Schriftsteller H.G. Wells führte, in dem es eben um Fragen der gewaltsamen Revolution und ähnliches geht. Wir tun dies, damit der Leser einen Eindruck von Stalins Art zu diskutieren bekommt, und damit die Argumente Stalins selbst bekannt sind.

Anhang: Unterredung mit dem englischen Schriftsteller H. G. Wells, 23. Juli 1934

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