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Westdeutsche in der DDR und Nach-DDR

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Die Tätigkeiten und das Verhalten von Westdeutschen und von BRD-Bürgern in und außerhalb der DDR hatten und haben einen nachhaltigen Einfluss auf die DDR und das Gebiet der ehemaligen DDR nach 1990. Sie haben durch ihre politischen Entscheidungen und Fehlentscheidungen, ihr Finanzgebaren und ihre Methoden dem Leben und der Kultur in der DDR ihren Stempel aufgedrückt.

Nach vielen positiven Beiträgen westdeutscher Sozialisten, Antifaschisten, Kommunisten und Humanisten zum Aufbau der SBZ und der DDR nach dem 2.Weltkrieg - wie z.B. des Saarländers Erich Honecker, des Hamburgers Hermann Kant oder des Augsburgers Bertolt Brecht - haben markwirtschaftliche d.h. profitorientierte Westdeutsche aber auch dazu beigetragen, die sozialen und sonstigen Grundrechte und Freiheiten der DDR-Bevölkerung zu nehmen, die in der DDR über 40 Jahre lang Normalität waren, wie z.B. dem Recht auf einen normal bezahlten Arbeitsplatz, auf kostenlose Kindergärten und kostenlose Gesundheitsversorgung, auf nahezu kostenlose Mieten und Versicherungen, dem Recht auf die eigene Mietswohnung, auf kostenlose Schul- und Hochschulbildung, die Freiheiten und Rechte am Arbeitsplatz und gegenüber Vermietern und Vorgesetzten und vieles mehr. Bereits kurz nach Gründung der DDR machte die BRD mit dem Alleinvertretungsanspruch und der Hallstein-Doktrin Front gegen die DDR und drohte erpresserisch denjenigen Staaten mit diplomatischen und wirtschaftlichen Schritten, welche die DDR anerkennen wollten. Dennoch konnte sie die Aufnahme der DDR in die UNO und die internationale Anerkennung des Staates DDR nicht verhindern.

Der DDR wurde das westdeutsche wirtschaftliche und politische System übergestülpt, fast alle bewährten Gesetze, Regeln und Abläufe der DDR ohne Volksabstimmung abgeschafft. Der größte Teil der volkseigenen Betriebe (VEBs) der DDR wurde dem Volk von Westdeutschen genommen und privatisiert oder durch Abwicklung niedergemacht oder ging in den Händen der Treuhand allmählich zugrunde - die von inkompetenten westdeutschen Managern und Bürokraten dominiert wurde. Das alles trotz zahlreicher Versprechen durch westdeutsche Verantwortliche wie dem der "blühenden Landschaften" und "keinem wird es schlechter gehen aber vielen besser" durch Helmut Kohl.

Fast alle Fernsehsender, Radiosender, Zeitungen, Zeitschriften, Organisationen und Errungenschaften der DDR wurden abgeschafft und geschlossen oder von der Treuhand und den westdeutschen Politikern und Wirtschaftsführern in den Ruin getrieben. Mittlerweile gibt es keinen Hochschulrektor oder Universitätskanzler mehr, der bereits zur Zeit der DDR im Amt war oder in der DDR aufgewachsen ist; sämtliche Banken in der ehemaligen DDR werden bis auf eine Ausnahme von Westdeutschen geleitet. Aus einem fast autarken Land mit Exportüberschuss wurde ein abhängiges Gebilde gemacht, das nur noch als Absatzmark gebraucht wird - Kultur, Wissenschaft und Industrieproduktion der DDR liegen darnieder. Das Volkseigentum der DDR ist mittlerweile zu über 90 Prozent in den Besitz von Westdeutschen übergegangen.

Bis auf wenige Leuchtturmprojekte oder "Wachstumskerne" wie den diversen Zweigstellen westdeutscher Firmen ist die Industrielandschaft der DDR seit 1990 komplett vernichtet worden. Einige dieser Leuchtturmprojekte im Milliardenwert sind sogar vollständig oder nahezu gescheitert, wie die Chipfabrik Frankfurt (Oder) , das Cargolifter-Projekt, die Sachsenring AG, SKET, der Lausitzring.

Seitens der Kritiker dieser Entwicklung wird der Vorwurf erhoben, dass seit 1990 etwa 3 Millionen Menschen die neuen Bundesländer verlassen hätten. Dies sei eine Abstimmung mit den Füßen über die verfehlte westdeutsche Politik von fast 20 Prozent der Bevölkerung und übertreffe die Abwanderung in den Jahren von 1945 bis 1989. Vorhandene Ausreisebeschränkungen in den 28 Jahren von 1961 bis 1989 werden dabei berücksichtigt.

Westdeutsche Ideologen, Medien und Einwohner behaupten, die Nach-DDR hätte mehr von der BRD erhalten als umgekehrt: Jedoch sind die westdeutschen Fördergelder, Wirtschaftsbeihilfen, Subventionen und Kredite fast fast ausschließlich an westdeutsche Klein- und Großunternehmer geflossen, was dazu führte, daß jetzt über 90 Prozent des ehemaligen Volkseigentums Westdeutschen gehört. Ostdeutsche Antragsteller und Unternehmer wurden zumeist für kreditunwürdig erklärt oder erhielten nur minimale Förderbeträge. Hätten die westdeutschen Machthaber das Land, die Bodenschätze, Äcker, Wälder, Seen, Immobilien, Kunstschätze, Werke und Maschinen und Ausbildungen der DDR bezahlen müssen, was sie nahezu kostenlos bekamen oder sich nahmen, würden sie für die Abzahlung Jahrhunderte wenn nicht gar Jahrtausende brauchen.

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